Kein rechter Hintergrund : Brand in Asylbewerberheim

Die Lübecker Staatsanwaltschaft sieht keine neuen Ermittlungsansätze im Fall der Brandkatastrophe in einem Lübecker Asylbewerberheim von 1996.

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08. Dezember 2011, 10:52 Uhr

Lübeck | Seit der Einstellung der Ermittlungen gegen vier Tatverdächtige aus Mecklenburg-Vorpommern im Juni 1999 hätten sich weder neue Tatsachen noch Hinweise auf andere Tatverdächtige ergeben, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Klaus-Dieter Schultz, am Mittwoch.
Nach dem Bekanntwerden der von Zwickauer Neonazis verübten Mordserie hatten die Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag Innenminister Klaus Schlie (CDU) aufgefordert, einen möglichen rechtsextremen Hintergrund der Lübecker Brandkatastrophe erneut zu prüfen.
Der Brandstifter ist bis heute nicht gefasst worden
Bei dem Feuer im Januar 1996 wurden zehn Menschen, darunter sechs Kinder, getötet. Gutachter stellten zwar zweifelsfrei fest, dass das Feuer in einem Flur im ersten Obergeschoss des Hauses gelegt wurde, doch wer dafür verantwortlich war, ist bis heute nicht geklärt. Ein libanesischer Heimbewohner wurde 1997 und 1999 in zwei Verfahren freigesprochen.
Vier dem rechten Spektrum zugerechnete junge Männer aus Grevesmühlen in Nordwestmecklenburg, die kurz nach dem Brand festgenommen worden waren, wurden bald wieder entlassen. Das Ermittlungsverfahren gegen sie wurde Anfang Juni 1999 eingestellt. Der Staatsanwaltschaft waren damals vor allem von linken und autonomen Gruppen einseitige Ermittlungen vorgeworfen worden. Trotz intensiver Ermittlungen habe sich damals kein hinreichender Tatverdacht gegen die Männer begründen lassen, sagte Schulz.

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