"Tatort"-Dreh in Kiel : Borowski - Flirt mit einer Mörderin?

Diskussion unter Ermittlern: Axel Milberg, Thomas Klügel und Maren Eggert (v.l.) bei den Tatort-Dreharbeiten in der ehemaligen Kieler Militärakademie. Foto: Ruff
Diskussion unter Ermittlern: Axel Milberg, Thomas Klügel und Maren Eggert (v.l.) bei den Tatort-Dreharbeiten in der ehemaligen Kieler Militärakademie. Foto: Ruff

"Borowski und die einsamen Herzen" heißt der neue Kieler "Tatort", bei dem der Kommissar verdeckt auf Partnersuche geht. Am Mittwoch beendet der NDR die Dreharbeiten.

Avatar_shz von
19. März 2008, 04:47 Uhr

Wie eine Geisterstadt wirkt das ehemalige Marinegelände am Kieler Scheerhafen. Der Kiosk "Kuddels U-Boot Bar" verkauft schon lange keinen Kaffee mehr. Aus Mauerritzen wächst Grün. Doch im unteren Stockwerk eines alten Backsteingebäudes brennt Licht. Drinnen herrscht hektische Betriebsamkeit. Hinter einem Schreibtisch, umgeben von Tontechnikern, Maskenbildnern und Regieassistenten, haben sich drei Schauspieler versammelt. Es sind Axel Milberg, Maren Eggert und Thomas Kügel - mittendrin in den Dreharbeiten zum neuen NDR-Tatort.
Axel Milberg, der seit 2003 als Kommissar Klaus Borowski in Kiel ermittelt, schlüpft diesmal in eine ungewohnte Rolle. In "Borowski und die einsamen Herzen" begibt er sich undercover auf Partnersuche. Er muss den Mord an zwei Männern aufklären, die kurz vor ihrem Tod eine Kontaktanzeige aufgegeben haben. Da Kollegin und Hauspsychologin Frieda Jung (Maren Eggert) der Meinung ist, dass Borowski in das Opferschema passe, gibt er ein entsprechendes Inserat auf. Um mehr über die Hauptverdächtige erfahren zu können, muss der sonst so kantige Kommissar seinen ganzen Charme spielen lassen.

Die Mitarbeiter am Set - egal ob Schauspieler, Kameraleute oder Statisten - sind hochkonzentriert. Regisseur Lars Jessen, selbst gebürtiger Kieler, hat eine genaue Vorstellung von jeder einzelnen Bewegung, jeder Einstellung. Heute werden vor allem die Szenen gedreht, die sich im Polizeipräsidium abspielen. Dafür dient die ehemalige Militärschule als Kulisse.
In den Drehpausen entspannen sich alle ein wenig. Axel Milberg hat auf einem Ledersofa Platz genommen. Der Borowski-Darsteller ist ebenfalls in Kiel geboren und aufgewachsen. "Nun bin ich nur noch wenige Wochen im Jahr hier zu Hause", erzählt der 51-Jährige. Gerne würde er öfter einmal durch die Stadt schlendern, aber die Dreharbeiten verschlingen zu viel Zeit. Maren Eggert, die in "Borowski und die einsamen Herzen" dem Kommissar Flirt-Tipps gibt, hat in den letzten Jahren immerhin ab und zu die Chance gehabt, Kiel kennen zu lernen. "Manchmal sind wir in der Innenstadt spazieren gegangen und haben Räucherfisch gegessen", sagt die 34-Jährige, die in Hamburg zur Welt kam.
"Mein Wunsch wäre es, einmal in der Nähe des THW zu drehen"
Milberg erinnert sich gut an die Orte seiner Kindheit und bindet diese auch in den Tatort mit ein. So ist es zum Beispiel seine Idee, dass Borowski die Frauen, die auf seine Kontaktanzeige antworten, in einem kleinen Café am Tiessenkai trifft. "Mein Wunsch wäre es übrigens, einmal in der Nähe der Handballer des THW zu drehen", so der Schauspieler. Der Kieler Tatort wird von Anfang an von dem ständigen Knistern zwischen den Charakteren Borowski und Jung geprägt. Für die zukünftigen Folgen verrät Milberg jetzt schon: "Ich weiß zwar nicht genau, wie die Beziehung zwischen den beiden weitergehen wird, aber sie bleiben in Lauerstellung."
Ab 10. April kommen Milberg und Co. zurück nach Kiel. Dann startet Studio Hamburg die Produktion des zwölften Kieler Tatorts mit dem Titel "Michelle - 8 Jahre".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen