Gefahr unter Wasser : Bomben vor Kieler Förde werden entschärft

Wegen des trüben Wassers mussten die Taucher ihren Einsatz in der Ostsee verschieben.  Foto: kampfmittelräumdienst
Wegen des trüben Wassers mussten die Taucher ihren Einsatz in der Ostsee verschieben. Foto: kampfmittelräumdienst

Mehrere Bomben vor der Kieler Förde sollen unschädlich gemacht werden. Klappt das Entschärfen nicht, müssen sie gesprengt werden.

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08. Juni 2013, 11:01 Uhr

Kiel | Zwölf Grundminen liegen im "Verkehrstrennungsgebiet Kieler Leuchtturm", unmittelbar auf dem Seeweg sechs Meilen vor dem Eingang zur Kieler Förde. Taucher des Kampfmittelräumdienstes haben am Donnerstag versucht, zwei dieser gefährlichen Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg mit bis zu 425 Kilogramm des Sprengstoffs TNT zu entschärfen. "Um den Erfolg dieser Sprengungen beurteilen zu können, müssen sich - wegen der Sicht - zunächst die Sedimente gesetzt haben", erklärte am Freitag Claudia Thoma von der neuen Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Außenstelle Nord. Das sei frühestens Montag der Fall.
Taucher hatten an den Minen so genannte Schneidladungen angebracht mit dem Ziel, die Zündmechanismen von den Sprengkörpern der Minen abzutrennen. Die Minen selbst explodieren bei diesem Verfahren nicht - sie werden, sofern sie durch die Abtrennung des Zünders unschädlich geworden sind, später weggeschleppt.

Im schlimmsten Fall: Vernichtungssprengung

"Für Montag ist außerdem vorgesehen, dass die Taucher jedes einzelne Objekt nochmals antauchen und dann vor Ort über das weitere Vorgehen entscheiden", erklärte Thoma. In Frage kommen zwei unterschiedliche Methoden: Eine Absprengung des Zünders mittels einer Schneidladung, wie man sie bereits Donnerstag eingeleitet hatte. Wenn das nicht möglich sein sollte, könnte es zu einer "Vernichtungssprengung" kommen. Da im letzten Fall ein so genannter Blasenschleier gesetzt wird, um den Explosionslärm unter Wasser gering zu halten, ist mit solch einer Operation frühestens am Dienstag zu rechnen. "Wir haben rund um die zwölf britischen Grundminen ein temporäres Sperrgebiet eingerichtet. Dem westwärts gehenden Schiffsverkehr steht derzeit also nur die Hälfte des Verkehrsweges zur Verfügung", so Thoma. "Die Vernichtungssprengungen werden nur durchgeführt, wenn sich keine Schiffe im Gefährdungsbereich befinden."
Eigentlich wollte der Kampfmittelräumdienst mit der Beseitigung des Weltkriegsfundes schon viel weiter sein. Doch schlechtes Wetter und eine vom Wind stark aufgewühlte See hatten in den vergangenen Wochen die Arbeiten behindert. Denn die Taucher können nur bei völlig klarer Sicht unter Wasser die Schneidladungen anbringen. Schließlich wenden sie dieses Verfahren in Schleswig-Holstein zum ersten Mal an. Untätig war der Kampfmittelräumdienst trotzdem nicht. "Es wurden bereits Granaten und Munitionskisten aus dem Gebiet geschleppt", sagte Thoma.

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