Unwetter : Blitzschlag: Flensburg war stromlos

'Schattenmann': In der Buchhandlung 'Weiland' wartet ein Verkäufer darauf, dass das Licht wieder angeht. Foto: Dewanger
1 von 5
"Schattenmann": In der Buchhandlung "Weiland" wartet ein Verkäufer darauf, dass das Licht wieder angeht. Foto: Dewanger

Stromausfall in Flensburg - ein Blitzschlag in einer Starkstromleitung hat fast die ganze Fördestadt dunkel werden lassen. Auch unsere shz.de-Redaktion war betroffen.

Avatar_shz von
10. August 2008, 05:42 Uhr

Der Blitz schlug in eine 150.000-Volt-Leitung ein - da gingen in Flensburg und Glücksburg die Lichter aus. Ab 11.20 Uhr war fast die gesamte Förde stromlos. "Wir beziehen aus ökonomischen Gründen unseren Strom im Sommer aus Dänemark. Das Transportkabel zwischen Apenrade und Flensburg wurde getroffen", berichtet Peer Holdensen, Sprecher der Flensburger Stadtwerke. "Jetzt müssen wir unser eigenes Kraftwerk erst mal anfahren. Das kann bis zu einer Stunde dauern."
Die Zeit verbrachten viele Passanten in der Flensburger Innenstadt notgedrungen mit Warten - sofern sie konnten. Die Einkaufspassage "Flensburg Galerie" wurde geräumt. "Das sind Sicherheitsmaßnahmen, die wir routinemäßig treffen, wenn der Strom ausfällt", sagt Ted Walle vom Center-Management. "Die Notbeleuchtung reicht nicht aus und niemand von uns möchte verantworten, dass ein Besucher stürzt und verletzt wird." Mehrere tausend Menschen waren nach Walles Schätzung im Einkaufszentrum. Alle verließen ruhig das Gebäude - nur ein paar Verkäufer blieben in den Läden zurück. "Wenn der Strom wieder angeht, muss ja jemand da sein", so Wallet.
Taschenrechner und Block statt Kasse
Bei Karstadt hingegen ging der Verkauf trotz Stromausfalls weiter. Hier sollten zwei Diesel-Notstrom-Aggregatoren laufen. Dummerweise wurde ausgerechnet heute ein Aggregat gewartet und stand deshalb nicht zur Verfügung. Die Folge: Nicht alle Kassen funktionierten, im Lebensmittelmarkt wurde wie zu guter alter Zeit mit Taschenrechner und Block kassiert. Die Kunden halfen sich gegenseitig mit Wechselgeld aus.
In der "Holmpassage" haben es sich Anna Bruhn und Dorina Matzeit mit Sohn Finn aus Hamburg gemütlich gemacht. In einem Café genießen sie bei Kerzenschein ein paar Süßigkeiten. "Eigentlich würden wir jetzt einkaufen - Gummistiefel zum Beispiel", erzählt Matzeit, während der Regen auf dem Glasdach des Einkaufszentrums prasselt. Der einjährige Finn macht sich nichts daraus, dass alles dunkel ist. "Wir sind ganz gelassen, das überträgt sich auf ihn", sagt die Mutter.
Kein Gratiseis - trotz ausgefallener Kühlung
Auch sonst ist es ruhig in dem Einkaufszentrum. Die Menschen nutzen alle Sitzgelegenheiten und warten ab. Inke Wenzel (18) hat ihre Eistheke abgedeckt, ein Notstromaggregat hat sie nicht. "Ich finds doof, nicht mal meine Kasse geht", sagt sie. Immer wieder kommen Kunden und fragen nach Gratis-Eis. Doch das gibt es bei Wenzel nicht. "Wenn ich die Abdeckung abnehme, halte ich das Eis nicht mehr." Wie lange es "zugedeckt" kalt bleibt, weiß die Verkäuferin nicht. "Ich hoffe, es dauert nicht allzu lange."
Inzwischen hatten die Flensburger Stadtwerke ein anderes Versorgungskabel aktivieren können. Um 11.45 Uhr gingen die Lichter in den ersten Stadtteilen wieder an, um 12.15 Uhr war der Strom überall wieder da.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen