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Rader Hochbrücke : Blitzer sollen Polizisten auf A7 schützen

vom

Die Polizei beklagt eine akute Gefährdung der Beamten, die Lastwagen von der maroden Rader Hochbrücke fernhalten. Trotz Tempolimit rasen Autofahrer ungebremst an ihnen vorbei. Jetzt sollen Blitzer her.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:13 Uhr

Rendsburg | Rund 30 Polizeibeamte sorgen seit Tagen dafür, dass kein Fahrzeug über 7,5 Tonnen auf die Rader Brücke rollt. Jeder Lkw ist zur Zeit für das marode Bauwerk eine ernste Gefahr - darum wird jeder große Brummi an den Abfahrten Büdelsdorf und Rendsburger Kreuz herausgewunken und in Richtung des Rendsburger Kanaltunnels geschickt. Inzwischen gibt es für die Polizisten Toilettenhäuschen und Sonnenschirme. Der Verkehrsminister persönlich brachte Kuchen als Nervennahrung. Eine unangenehme Aufgabe aber bleibt es. "Allein in den ersten Stunden am Freitagvormittag kam es zu zahlreichen kritischen Situationen, in denen unsere Beamten durch Fahrzeuge akut gefährdet wurden", berichtet Lothar Gahrmann aus dem Landespolizeiamt.
Das Problem: Um die Lkw abzuleiten, wurde ein so genannter Geschwindigkeits-Trichter ausgeschildert - eine Einengung der Fahrbahnen auf eine Spur mit einem Tempolimit auf 60 km/h. Daran allerdings halten sich viele Autofahrer nicht. Sie fahren mit erheblich höheren Geschwindigkeiten durch den Kontrollbereich. "Die Unfallgefahr für unsere Leute, die ganz dicht dran ihren Dienst tun, können wir nicht akzeptieren", sagte Gahrmann, "auch wenn bisher alles glimpflich ausgegangen ist." Die Konsequenz: Im gesamten Bereich rund um die Brücke werden ab sofort massive Geschwindigkeitskontrollen stattfinden. Gahrmann: Wir werden alles tun, um unsere Beamten zu schützen."

Stauchaos an Wochenenden bis Ende August

Am Wochenende erwartet der Verkehrsexperte wegen des Fahrverbots zwar weniger Schwerlastverkehr auf der A7, dennoch werde es mindestens ähnliche Zustände geben wie am vergangenen Wochenende, als sich der Verkehr auf beiden Seiten der Kanalbrücke auf weit über 20 Kilometer staute. "Da müssen wir nicht drum herumreden. Das wird so kommen. Und es wird an den Wochenenden noch mindestens bis Ende August so bleiben", sagte Gahrmann, der allerdings auch Alternativen im Angebot hat. Er rät, das Nadelöhr Rendsburg weiträumig zu umfahren. Aus Richtung Süden empfiehlt er, bereits bei Hamburg die Westküstenautobahn 23 und den Weg über Husum und Flensburg zu suchen. "Das erspart drei Stunden im Stau." Wer sich anders entscheide, solle spätestens am Bordesholmer Dreieck abfahren und den Weg über Kiel und Eckernförde nehmen.
Auch wer nach dem Ende des Dänemark-Urlaubs in Schleswig-Holstein unterwegs ist, sollte als Route nach Süden die weniger staugefährdete Westküste wählen.

Rettungsleitstelle reagiert schnell

Dass sich die angespannte Situation rund um den Rendsburger Kanaltunnel, die kürzeste Umgehung der Rader Autobahnbrücke, in absehbarer Zeit entschärft, ist nicht zu erwarten. Wirtschaftsverbände, Verwaltungen und Politik fordern eine Freigabe des Tunnels, der zur Zeit saniert wird, noch aber gibt es sehr unterschiedliche Angaben darüber, wie lange die Vorbereitungen dafür dauern können. Auch die Kosten von rund fünf Millionen Euro und Brandschutzprobleme sprechen gegen diese Lösung.
Die Rettungsleitzentrale hat unterdessen schnell und unbürokratisch auf die Blockade von Tunnel und Brücke reagiert. Um auch die Patienten südlich des Kanals innerhalb der vorgeschriebenen Frist von zwölf Minuten erreichen zu können, wurde bis auf Weiteres ein Rettungswagen im Westerrönfelder Feuerwehrgerätehaus stationiert. Das liegt auf der richtigen Seite des Kanals.

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