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Sternschnuppennächte Dezember 2015 : Bis zu 120 Sternschnuppen am Winter-Himmel - Geminiden und Ursiden kommen

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Haben Sie einen Wunsch? Dann behalten Sie den Nachthimmel über SH im Auge. Meteorströme erleuchten den Dezember über den Himmel.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2015 | 14:12 Uhr

Zahlreiche Sternschnuppen zeigen sich in den nächsten Tagen am Himmel. Es ist der besonders starke Strom der Geminiden, der sich bis etwa 17. Dezember bemerkbar macht. Der Höhepunkt wird in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erwartet. Stündlich könnten dann bis zu 120 Meteore über den Himmel huschen.

Pro Jahr gibt es 30 bis 40 Sternschnuppenströme, auch Meteorströme genannt. Die Geminiden im Dezember sind ein Höhepunkt für Sternschnuppen-Fans.

Am besten sieht man das Himmels-Schauspiel außerhalb von Städten und weit weg von hellen Lichtquellen. „Es sollten auch keine Straßenlaternen in der Nähe sein“, verrät Marco Ludwig, Leiter der Sternwarte Neumünster. Besonders geeignete Orte in SH sind Fehmarn und die Inseln an der Westküste. Ganz wichtig fürs Beobachten: „Man muss seine Augen an die Dunkelheit gewöhnen.“ Dies dauert bis zu 30 Minuten. Deswegen gilt: Nichts auf das Handy gucken. Wer auch nur kurz einen Blick auf sein Smartphone wirft, kann noch einmal von vorn beginnen.

Wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben empfiehlt der Sternwarten-Leiter, den Sternenhimmel zu genießen. „Es lohnt sich, sich nachts mal eine Stunde nach draußen zu setzen.“

Die günstigste Zeit zum Schnuppen gucken liege nach Mitternacht, da die Erde mit ihrer Nachtseite voraus um die Sonne kreist und somit die meisten Schnuppen "einsammelt", sagt Andreas Goerigk von der Sternwarte Lübeck.

Warum bringen Sternschnuppen Glück?

Sternschnuppen zaubern einen Lichtstreifen an den Nachthimmel. Dies zu sehen, soll Glück bringen - wenn man niemandem seinen Wunsch verrät und die Sternschnuppe als Einziger sieht.

Woher der Aberglaube kommt, ist unbekannt. Einst sahen Menschen in Sternen göttliche Lichtfunken am dunklen Firmament. Sternschnuppen galten als Dochte, die Engel beim Putzen der Himmelskerzen fallen ließen. Entsprechend hoffte man bei ihrer Erscheinung auf göttlichen Beistand oder zumindest einen Engel an der Seite, wenn es um unerfüllte Wünsche geht.

Allerdings bringen Sternschnuppen nicht überall Gutes. So gelten sie in der Mongolei als Unglückszeichen. Im Volksglauben der Steppenbewohner sind es sichtbar gewordene Seelen Gestorbener auf der Reise ins Jenseits. Auch die Ureinwohner auf den Andamanen-Inseln im Indischen Ozean fürchten sich vor Sternschnuppen. Sie sehen darin Fackeln, mit denen böse Waldgeister Jagd auf Menschen machen, die sich unvorsichtigerweise nachts im Freien aufhalten.

 

„Die Geminiden sind momentan eigentlich der ergiebigste Strom der Sternschnuppen“, sagt Sirko Molau von der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Heppenheim. Sie dürften mit bloßem Auge gut zu sehen sein, sofern das Wetter mitspielt. Das Licht des Mondes stört dieses Mal nicht. „Er ist nur eine kleine Sichel.“ Bleibt die Frage, ob Wolken die Sicht in SH stören könnten.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember leider schon. Dann bedeckt eine dichte Wolkendecke den Himmel. „Von Mittwoch auf Donnerstag sind die Chancen aber gut“ sagt Diplom-Meterologe Sebastian Wache von der WetterWelt GmbH. Ebenso von Donnerstag auf Freitag.

Danach sei das Wetter mit einer Achterbahn vergleichbar. Tagsüber gebe es Hochs, nachts Tiefdruckgebiete. „Das Wetter ist keine sichere Bank“, so Wache.  Die Möglichkeit, Sternschnuppen zu erblicken, sei aber immer mal wieder da.

In der Super-Sternschnuppen-Nacht vom 13. auf den 14. Dezember sieht es besser aus. In der Nacht zu Montag kommt ein Tiefdruckgebiet nach Schleswig-Holstein. „Es gibt relativ gute Chancen, dass es aufklart.“

Der Sternenhimmel im Dezember 2015.
Der Sternenhimmel im Dezember 2015. Foto: dpa/Grafik: Dengl, Redaktion: K. Klink
 

Die Geminiden sind nach dem Sternbild benannt, aus dem sie zu kommen scheinen: Es sind die Zwillinge (lateinisch: Gemini). Die Häufigkeit der Geminiden ist mit der der Perseiden im August vergleichbar.

Nach den Geminiden zur Adventszeit folgt um die Weihnachtsfeiertage der Ursidenstrom. Sie sind vom 17. bis 26. Dezember aktiv. Sein Maximum wird er in der Nacht zum 23. Dezember gegen Mitternacht erreichen. „Es werden aber nur etwa 10 Meteore pro Stunde erwartet“, sagt Andreas Goerigk.

So entstehen Sternschnuppen und Meteorströme

Leuchterscheinungen am Himmel werden Meteor oder Sternschnuppe genannt. Das Licht der Sternschnuppen stammt nicht von den verglühenden kosmischen Geschossen selbst, sondern von den Luftmolekülen der Erdatmosphäre: Die schnellen Teilchen aus dem All übertragen einen Teil ihrer Energie auf die Luftmoleküle, die daraufhin Licht aussenden. Besonders helle Objekte werden als Boliden bezeichnet.

Meteorströme treten jeden Jahr auf. Am bekanntesten sind die Quadrantiden im Januar, die Perseiden im Juli und August, die Leoniden im November und die Geminiden im Dezember. Meteorströme entstehen, wenn die Erde in die Flugbahn eines Kometen kommt.

 

Wer von den Sternschnuppen länger etwas haben möchte und sie fotografiert, sollte ein paar Dinge beachten. Eine Expertin gibt dafür Tipps: Hobbyfotografen greifen am besten zu einem Weitwinkel-Objektiv, wenn sie Sternschnuppen auf dem Speicherchip festhalten wollen. Damit könne ein möglichst großer Himmelsbereich abgelichtet werden, sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband. „So erhöht man die Wahrscheinlichkeit, keine Sternschnuppe zu verpassen.“ Interessante Perspektiven biete etwa ein extrem weitwinkliges Fischaugen-Objektiv.

Fotografen auf Sternschnuppen-Jagd sollten der Expertin zufolge Spiegelreflex- oder kompakte Systemkameras nutzen. „Prädestiniert für Sternschnuppen-Fotografie sind Kameras, die sich manuell einstellen lassen“, erklärt Clauß. Damit das Bild scharf wird, bleibt der Autofokus aus und wird manuell auf unendlich gestellt - ansonsten versucht die Kamera immer wieder, selbst zu fokussieren. Die Handykamera ist dagegen eher ungeeignet.

Wichtig ist es, lange zu belichten, die Blende möglichst weit zu öffnen und die ISO-Empfindlichkeit gering zu halten. Bei einer langen Belichtungszeit von 30 Sekunden und mehr könne man sehr wahrscheinlich einige Sternschnuppen einfangen, erläutert Clauß.

Doch auch auf das Zubehör kommt es an: Damit die Aufnahmen bei den langen Belichtungszeiten nicht verwackeln, sei ein Stativ unverzichtbar. Hilfreich sei es auch, einen Fernauslöser zu nutzen: „Das macht das Fotografieren nicht nur bequemer, sondern vermeidet auch Kameraerschütterungen“, sagt Clauß. Fotograf Marcus Dewanger bringt es auf den Punkt: „Hände weg von der Kamera und in Ruhe belichten lassen.“

Wenn es das Modell hergibt, kann die Kamera auch über ein Tablet gesteuert werden. Der Vorteil sei hier, dass man die Bildkontrolle über ein größeres Display hat. Allerdings brauchen die Augen dann auch mehr Zeit, um sich vom hellen Bildschirm-Licht wieder an den dunklen Nachthimmel zu gewöhnen.

Grundsätzlich gelte fürs Fotografieren: Je dunkler der Himmel, desto besser. Fotografen seien deswegen auf dem Land erfolgreicher als in der Stadt. Für die optimale Ausbeute empfiehlt Clauß Sternenparks, Sternwarten, Felder oder Hügel auf dem Land.

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