Arktis-Abenteurer : Biographie über Polarforscher Arved Fuchs

Kennen sich bereits seit Jahren: Der Abenteurer Arved Fuchs (li.) und der Autor Bernhard-Michael Domberg. Gestern stellen beide in Hamburg  Fuchs’ erste Biographie vor. Foto: dpa
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Kennen sich bereits seit Jahren: Der Abenteurer Arved Fuchs (li.) und der Autor Bernhard-Michael Domberg. Gestern stellen beide in Hamburg Fuchs’ erste Biographie vor. Foto: dpa

Ein neues Buch gibt Einblicke in das Leben des Arktis-Abenteurers Arved Fuchs. "Ich fühle mich als Zeitzeuge", sagte der Bad Bramstedter.

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14. April 2013, 04:54 Uhr

Bad Bramstedt | Seit mehr als 30 Jahren erkundet Arved Fuchs die Polregionen. Kurz vor seinem 60. Geburtstag ist nun die erste Biographie über den Expeditions-Spezialisten erschienen. Autor Bernhard-Michael Domberg befasst sich auf 415 Seiten mit allen 31 Expeditionen des Bad Bramstedters. "Abenteuer müssen überlebbar sein, das ist immer meine Philosophie gewesen", sagte Fuchs am Freitag bei der Vorstellung der von ihm autorisierten Biographie.

Als erster Mensch marschierte Fuchs 1989 innerhalb eines Jahres zu beiden Polen. Im vierten Versuch gelang ihm 2003 als Erstem die Umrundung des Nordpols mit einem Segelschiff. Auch die Winterumrundung des gefürchteten Kap Hoorn mit einem Faltboot ist bislang noch keinem anderen gelungen. Damals sei es ihm vor allem um das Abenteuer gegangen, räumt Fuchs heute ein. Mittlerweile führt er Mannschaften aus bis zu einem Dutzend Teilnehmern in die entlegensten Winkel der Welt.

"Da geht es knallhart zur Sache"

Mehrfach hat Fuchs in den vergangenen Jahren an Bord seines Schiffs "Dagmar Aaen" in der Arktis die Spuren historischer Expeditionen verfolgt. Die Bezeichnung Abenteurer selbst störe ihn nicht, wohl aber einige Definitionen. "Abenteuer bedeutet für mich nicht die Suche nach dem ultimativen Kick, nach einem möglichst gefährlichen Leben." Bei Expeditionen sei ein rationales Vorgehen erforderlich. "Am Nordpol hat eine romantisch verbrämte Vorstellung keinen Raum. Da geht es knallhart zur Sache."

Seit langem beschäftigen Fuchs vor allem die Auswirkungen durch den Klimawandel. "Ich fühle mich als Zeitzeuge", sagte er. Im Rahmen der sogenannten Ice Climate Education führt er junge Menschen an das Thema heran.

Vorbereitung im Kühlhaus

Den Autor seiner Biographie kennt Fuchs bereits seit mehr als zehn Jahren. "Er hat mindestens drei Leben gelebt", sagte Domberg. Sein Buch befasst sich auch mit den Verhältnissen, in denen Fuchs aufgewachsen ist. Früh faszinierten diesen die Bücher der Polarforscher. Sein Vater habe keinen Fernseher im Haus haben wollen, stattdessen habe es im Elternhaus viele Bücher gegeben, sagte Fuchs. Die Leser erfahren zum Beispiel auch, wie sich Fuchs einst im Kühlhaus auf seine erste Arktis-Expedition vorbereitete.

Das Lesen des Manuskripts sei für ihn eine interessante Erfahrung gewesen, beichtete Fuchs. "Ich bin überrascht gewesen, was ich über mich selbst zu lesen bekam." Viele Details der Reisen seien ihm gar nicht mehr so präsent gewesen.

Planungen für die nächste Expedition laufen

Das Vorwort stammt von dem Abenteurer und Menschenrechtler Rüdiger Nehberg. "Ich spüre mit ihm eine große Seelenverwandtschaft", schreibt dieser. Fuchs habe sich mit seinen Expeditionen "in den Geschichtsbüchern des polaren Reisens verewigt". Nehberg habe ihn vor allem am Anfang unterstützt, als er noch unbekannt gewesen sei, sagte Fuchs.

Ein Ende seiner Lust auf Expeditionen ist nicht in Sicht. Die Biographie will Fuchs nur als eine Art "Boxenstopp" verstanden wissen. "Ich gedenke ja nicht, mich zur Ruhe zu setzen", sagte der Abenteurer. Die Planungen für die nächste Expedition laufen. Sie soll ihn und sein Team in die russische Arktis führen.

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