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Enkeltrick und Kaffeefahrten : Betrug und Abzocke: Vorsicht vor falschen Enkeln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ob dreister Enkeltrick, suspekte Kaffeefahrten oder dubiose Haustürgeschäfte – Senioren rücken immer häufiger in den Fokus von Betrügern und Abzockern. Das Innenministerium will künftig verstärkt auf den Einsatz von sogenannten Sicherheitsberatern für Senioren setzen.

Eckernförde | Viele Kriminelle suchen sich gezielt ältere Mitbürger heraus, weil sie sich erhoffen, bei ihnen leichte Beute zu machen. Außerdem bilden Senioren eine große Gruppe von potenziellen Opfern: Der Anteil der Über-60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung beträgt in Schleswig-Holstein fast 28 Prozent.

Die Maschen der Täter sind häufig an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Eine von ihnen ist der sogenannte Enkeltrick: Die Betrüger suchen sich die Telefonnummern von Senioren heraus, rufen diese an und geben sich als Verwandter aus, der dringend finanzielle Hilfe benötigt. Sie bitten ihre Opfer um Geld und schicken dann einen „Freund“ vorbei, der das Geld abholen soll. Viele Senioren, die auf diese Weise um Geld betrogen wurden, gehen aus Scham nicht einmal zur Polizei. Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner sprach kürzlich von einer „besorgniserregenden Entwicklung“. Auch um solche Delikte besser aufklären zu können, setzt sich Breitner für eine Vorratsdatenspeicherung ein. Denn häufig ist die Telefonnummer des Anrufers der einzige Ermittlungsansatz, der den Fahndern zur Verfügung steht.

Doch es gibt noch mehr Tricks, um arglosen Senioren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Häufig werden ältere Mitbürger mit vermeintlichen Geldgewinnen oder kostenlosen Urlauben auf so genannte Kaffeefahrten gelockt. Aber: „Schnell kann aus einem Tagesausflug oder einer kleinen Reise eine Verkaufsveranstaltung mit zweifelhaften Methoden werden“, berichtet Polizeihauptkommissar Harald Waldhör, Leiter der Zentralstelle für Polizeiliche Prävention bei der Landespolizei. „Oftmals sind es minderwertige Artikel, die zum Kauf angeboten werden“, erläutert Waldhör, „und obwohl der Einzelne gar nichts kaufen möchte, schaffen es die Täter, einen Kauf durchzuführen“. Weil die meist gut organisierten Kriminellen ihre Opfer gezielt unter Druck setzen. Auf ähnliche Weise gehen sie bei den so genannten Haustürgeschäften vor, bei denen neben Waren auch Abonnements oder Versicherungen verkauft werden.

Um ältere Mitbürger künftig im Alltag besser vor Kriminalität zu schützen, will die Landespolizei in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium künftig verstärkt auf den Einsatz von sogenannten Sicherheitsberatern für Senioren setzen. In einem zweitägigen Seminar sollen ältere Mitbürger für dieses Ehrenamt ausgebildet werden, um ihren Altersgenossen künftig als Vertrauenspersonen beratend zur Seite zu stehen. Langfristig streben die Initiatoren ein landesweites Netzwerk an. „Zunächst soll es mindestens drei Sicherheitsberater für Senioren in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt geben“, teilt Harald Waldhör mit. Sie sollen in Kooperation mit der Polizei auch bestehende Präventionsangebote ergänzen, über Kriminalitäts- und Unfallrisiken informieren und auch dabei helfen, irrationale Angst vor Kriminalität abzubauen. Laut Waldhör leisten die neuen Berater damit künftig „wichtige Beiträge nicht nur zur Erhöhung der allgemeinen Sicherheit, sondern auch der Lebensqualität von Senioren“.  

Interessenten für das neue Ehrenamt des Sicherheitsberaters für Senioren können sich bis zum 15. Februar beim Landespolizeiamt Schleswig-Holstein bewerben. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0431-16065555 oder im Internet unter www.sfs.schleswig-holstein.de.
 

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