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Tipps vom Rechtsexperten : Bellen – 30 Minuten am Tag erlaubt

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Ein erheblicher Streitpunkt der Hundehaltung ist die Lärmentwicklung durch Hundegebell. Ein gewisses Maß ist hier zulässig und muss von den Nachbarn hingenommen werden.

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2013 | 12:17 Uhr

Kiel | Für die Festlegung, wann Hundegebell zulässig ist, gibt es grundsätzlich keine allgemeingültige Aussage. Es kommt hier auf den Ort der Haltung, auf die Lautstärke und die Dauer des Gebells an. In Mietwohnungen stellt ein bellender Hund ein größeres Problem dar als in ländlichen Gebieten mit Einfamilienhäusern. Ist die Hundehaltung in einer Wohnung erlaubt, sind grundsätzlich normale Lebensäußerungen der Hunde von den Nachbarn hinzunehmen, wie auch Lebensäußerungen anderer Bewohner des Hauses. Dies gilt jedenfalls für einmaliges Anschlagen oder gelegentliches Bellen. Länger anhaltendes Bellen oder Jaulen besonders in den Ruhezeiten ist von den Nachbarn nicht hinzunehmen. Der Vermieter kann in solchen Fällen die Hundehaltungserlaubnis sogar widerrufen.

Weiterhin können solche Störungen zu einer fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses führen, wenn diese nicht beseitigt werden. Je ländlicher die Region umso normaler ist die Hundehaltung und die entsprechenden Geräuschentwicklungen. Die Grenzen der unzumutbaren Geräusche durch Hundegebell sind zwar hier nicht so eng wie in der Stadt, jedoch haben auch hier die Nachbarn nicht jede Geräuschentwicklung hinzunehmen. Hierbei kommt es auf die Lautstärke, Entfernung, Tageszeit und Häufigkeit des Gebells an.
Als Richtwert wird hier oft die Entscheidung des OLG Hamm (Az.: 22 U 249 / 89) herangezogen. Hiernach ist Hundegebell unwesentlich, wenn es außerhalb der üblichen Ruhezeiten zu hören ist und nicht länger als 10 Minuten ununterbrochen und nicht länger als insgesamt 30 Minuten täglich dauert. Bei Lärmbelästigungen, die darüber hinausgehen, hat der Nachbar zivilrechtliche Ansprüche gegen den Halter.

Daneben sind auch ordnungsrechtliche Maßnahmen möglich. Daher sollten Sie begründete Beschwerden von Nachbarn beachten und versuchen entsprechende Abhilfe zu schaffen. Hierdurch können Konflikte vermieden werden.

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