Warnanlage Rastorfer Kreuz : Bei Preetz kommt Wild sicher über die Straße

Bild aus dem Überwachungsvideo: Durch einen beherzten Sprung kann dieses Reh den Zusammenstoß mit dem Auto verhindern. Foto: Verkehrsministerium Schleswig-Holstein
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Bild aus dem Überwachungsvideo: Durch einen beherzten Sprung kann dieses Reh den Zusammenstoß mit dem Auto verhindern. Foto: Verkehrsministerium Schleswig-Holstein

Ein Reh springt auf die Straße, ein Auto rast heran. Kurz davor schlägt das Tier einen Haken - und überlebt. Das zeigt ein Video von der Wildwechselanlage am Rastorfer Kreuz.

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05. März 2013, 12:44 Uhr

Preetz | 9Ue8-KlEnYY

Die B202 zwischen Preetz und Kiel am Rastorfer Kreuz: In einer Senke huschen Rehe über die Straße. Ein Autofahrer bremst und kann einen Zusammenprall verhindern. Er wurde durch eine elektronische Anzeige kurz zuvor gewarnt. Das Warnschild für Wildwechsel und die Höchstgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern leuchten auf, weil Infrarot-Bewegungsmelder am Wildzaun kurz vorher die Tiere registriert haben.

Seit einem Jahr ist die Anlage in Betrieb. Die Zahl der Wildunfälle sank von durchschnittlich 25 im Jahr auf fünf. Frank Nägele, Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium, mahnt, die Schilder ernst zu nehmen: "Trotz der guten Erfolgsquote haben wir vereinzelt Fälle beobachten müssen, in denen die Autofahrer trotz Tempolimit-Hinweis mit hoher Geschwindigkeit in den Wildwechsel-Abschnitt hineingefahren sind und teils schwere Unfälle mit hohen Sachschäden verursacht haben."

"Eine gute Investition in die Verkehrssicherheit"

Die Anlage auf der B202 ist bislang in Schleswig-Holstein einzigartig. Der Bund hat dafür 800.000 Euro ausgegeben - "eine gute Investition in die Verkehrssicherheit", sagt Nägele. Was der Unterhalt kostet, sagt das Ministerium nicht. Die Wartung entspreche dem "allgemein üblichen Aufwand", sagt Matthias Paraknewitz vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Nur zwei Mal sei sie ausgefallen: Einmal war ein Blitzschlag schuld, das andere Mal ein Autofahrer, der von der Fahrbahn abgekommen war.

Der Bund testet weitere Systeme dieser Art auch in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Ob in weitere Anlagen investiert wird, will der Bund nach Auswertung der Testphasen entscheiden.

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