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Fleisch aus Dänemark in SH : Bakterien-Wurst: Das müssen Sie jetzt wissen

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In Dänemark starben zwölf Menschen an verseuchter Wurst. Auch in SH sind möglicherweise betroffene Produkte im Umlauf.

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2014 | 12:05 Uhr

Wie ist der aktuelle Stand?

Ein Supermarkt an der deutsch-dänischen Grenze hat rund 160 Kilogramm Wurstwaren eines wegen Listerienbelastungen geschlossenen dänischen Produzenten an seine Kunden verkauft. Es sei aber nicht klar, ob die im Zeitraum von 22. Mai bis 21. Juni verkauften Produkte mit Bakterien über die zulässigen Grenzwerte hinaus belastet gewesen seien, sagte eine Sprecherin des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums. Es gebe bisher keinerlei Hinweise darauf. Nach dem Verzehr verseuchter Fleischwaren waren in Dänemark zwölf Menschen gestorben.

Woher kommt die Bakterien-Wurst?

Die Wurst stammt von dem Produzenten Jørn A. Rullepølser, das Unternehmen wurde von den dänischen Behörden geschlossen. Alle Produkte des Fleischfabrikanten werden gerade zurückgezogen. Der dänischen Zeitung „Politiken“ zufolge hatte der Hersteller früher schon zweimal Produkte wegen Listerien zurückziehen müssen. In Dänemark waren die gefährlichen Bakterien in einer Charge Rullepølser entdeckt worden - einer Schweinebauch-Spezialität. Auch Salami, Frankfurter und Lammrouladen waren verseucht. Diese seien aber nach Angaben des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums nicht nach SH gelangt. Nach bisherigen Erkenntnissen des Ministeriums wurden in das Geschäft des deutsch-dänischen Grenzhandels in Harrislee vier Produkte der Firma geliefert: gekochter Schinken in Scheiben (Kogt skinke i skiver), Kassler in Scheiben (Hamburgerryg i skiver), Mettwurst in Scheiben (Sdj. Spegepølse i skiver) und gekochte Rullepølse in Scheiben, (Kogt rullepølse i skiver).

Was ist Listeriose?

Listeriose ist eine durch Bakterien verursachte Lebensmittelvergiftung. Auslöser sind Listerien, die in der Natur häufig vorkommen - etwa im Kompost, in der Erde und auf Pflanzen.

Welche Lebensmittel sind gefährdet?

Anfällig für unverträgliche Konzentrationen sind laut der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein vor allem Rohmilchkäse und Räucherlachs oder Tee- und Leberwurst, die aus nicht erhitztem Fleisch bestehen. Der Verbraucher könne Probleme weder am Aussehen noch am Geruch erkennen. Rohe Tierprodukte sind generell gefährdet, unter anderem auch Hackfleisch oder Sushi. Denn die Verarbeitung verseuchter Rohstoffe führt nicht immer zur Abtötung der Bakterien.

Wie groß ist die Gefahr für Menschen?

Bei Menschen mit intaktem Immunsystem kommt es nur selten zu einer Erkrankung mit dann grippeähnlichen Symptomen, Erbrechen oder Durchfall. Oft verläuft die Infektion unbemerkt. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnte aus aktuellem Anlass aber davor, den Keim im Alltag zu unterschätzen. „Listerien sind besonders tückische Bakterien, weil sie sich selbst bei Kühlschranktemperaturen vermehren“, erklärt die Lebensmittel-Expertin der Verbraucherzentrale, Gudrun Köster.

Für wen sind die Keime besonders gefährlich?

Gefährlich sind die Keime vor allem für Schwangere und abwehrgeschwächte Menschen wie alte Menschen oder chronisch Kranke. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät ihnen und Kleinkindern, die für Listerien anfälligen Erzeugnisse überhaupt nicht zu verzehren.

Wie viele Erkrankungen gibt es?

In Deutschland gibt es im Durchschnitt 300 bis 400 Fälle pro Jahr. Das Landeslabor in Neumünster hat in diesem Jahr bisher 534 Fleischerzeugnisse auf Listerien untersucht. Davon überschritten elf Proben den empfohlenen Grenzwert. Sieben davon wurden als potenziell gesundheitsgefährdend eingestuft. Bei Proben von Milchprodukten wurde kein Grenzwert überschritten.

Wie kann man sich schützen?

Neben dem Verzicht auf rohes Fleisch oder Fisch empfehlen Experten zur Vorbeugung, Fleisch- und Fischgerichte gründlich zu garen sowie Obst und Gemüse gründlich zu waschen.

Wie wird Listeriose behandelt?

Listeriose wird mit Antibiotika behandelt.

(mit dpa-Material)

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