Haselund : B200: Frost verzögert Freigabe

Seit einem Vierteljahr ist die Strecke zwischen Haselund und Pobüll gesperrt. Foto: pep
Seit einem Vierteljahr ist die Strecke zwischen Haselund und Pobüll gesperrt. Foto: pep

Eigentlich sollte der Verkehr auf der B200 seit Weihnachten wieder ganz normal rollen - doch Schnee und Eis haben sämtliche Planungen über den Haufen geworfen.

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05. Januar 2011, 08:59 Uhr

Haselund | Optimistisch zeigte sich Karl-Heinz Roos, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in Flensburg, Anfang Dezember. Bis spätestens Weihnachten dürfte der Verkehr auf der B200 wieder normal rollen und das Gedränge auf den recht engen Umleitungsstrecken der Vergangenheit angehören, sagte er damals. Doch der Winter hat die Planungen über den Haufen geworfen. "Und wir sind auch weiterhin vom Wetter abhängig", sagt Stefanie Berkner vom Landesbetrieb. Daher könne sie nicht mit Sicherheit sagen, wann die Hauptstrecke zwischen Husum und Flensburg freigegeben werden kann.
Dabei hat der Landesbetrieb für die gut zwei Kilometer lange Baustelle extra ein Verfahren gewählt, bei dem quasi in einem Arbeitsgang zwei Asphaltschichten aufgebracht werden. Dadurch kann sehr viel Zeit gespart werden. Allerdings müssen dafür die Temperaturen auf mindestens fünf Grad über Null klettern - nicht nur für einen Tag, sondern auch der Untergrund muss diese Temperatur erreicht haben.
"Dafür sind wir rechtlich auch nicht zuständig"
Ob die für den Asphaltauftrag benötigte Spezialmaschine dann auch für die Baustelle zwischen Haselund und Pobüll zur Verfügung stehe, sei aber noch nicht sicher, sagt Berkner. Sie rechne allerdings damit, denn auch die Baufirma möchte schnell den Auftrag beenden.
Nach den Planungen der Flensburger Behörde sollen nach Wiederfreigabe der Strecke auch die offiziell als Umleitung ausgewiesenen Straßen saniert beziehungsweise die Schäden beseitigt werden. "Wir wissen, wie es dort aussieht, und werden uns darum bemühen, schnell Lösungen zu finden", sagt Stefanie Berkner. Haushaltsmittel seien zumindest für diese Arbeiten vorgesehen, bestätigt sie auf Nachfrage. Für die Gemeinden, über deren Straßen ebenfalls der Umleitungsverkehr rollte, obwohl diese nicht offiziell ausgeschildert worden waren, sieht es hingegen schlecht aus. Für die dort nötigen Reparaturen stehen keine Gelder zur Verfügung, unterstreicht Berkner, "dafür sind wir rechtlich auch nicht zuständig." Besonders hart trifft dies die Gemeinde Sollwitt, deren Gemeindestraße teilweise regelrecht zerfahren wurde.
Bis auf die Asphaltschichten ist die Sanierung abgeschlossen
Ebenfalls in die Röhre gucken dürfte die Pächterin der Tankstelle "Paulsgabe". Noch vor Beginn der Bauarbeiten stauten sich dort oftmals die Fahrzeuge, weil die Zapfsäulen nicht ausreichten. Seit Anfang Oktober aber herrscht dort "Totentanz". "Entschädigungen für Wirtschaftsbetriebe, die an einer Straße liegen", sind nicht vorgesehen. Schließlich, sagt Berkner, würden die Unternehmen keinen Garantieanspruch darauf haben, dass die Straße auf ewig dort verlaufe oder gar der Verkehr immer störungsfrei rolle. Bei allem Verständnis für die Pächter: Rechtlich sei da nichts zu machen, sagt Stefanie Berkner.
Die B200 zwischen Husum und Flensburg ist im Bereich zwischen Haselund und Pobüll auf einer Länge von gut zwei Kilometern total saniert worden. Der morastige Untergrund hatte dazu geführt, dass die Fahrbahnränder absackten. Der neue Streckenabschnitt steht nun auf unzähligen Pfählen, die den Untergrund stabilisieren. Bis auf die Asphaltschichten ist die Sanierung abgeschlossen - sie hat rund zwei Millionen Euro gekostet.

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