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Busverkehr in SH : Autokraft, NVB und NOB: Streiks gingen auch am Montag weiter

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Busfahrer fordern mehr Geld: Erneut kam es daher zu Streiks bei Autokraft und Behinderungen im Berufsverkehr.

Kiel/Flensburg/Lübeck | Insbesondere Schülertransporte in ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins hat der dritte Streik von Busfahrern getroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich am Montag rund 1000 Fahrer privater Busunternehmen im Norden. Weder Verdi noch der Omnibus Verband Nord (OVN) rückten von ihren weit auseinanderliegenden Positionen ab. „Sollten die Arbeitgeber jetzt kein verhandelbares Angebot vorlegen, ist ein weiterer Streik vor der nächsten Tarifverhandlung am 23. September nicht auszuschließen“, sagte Verdi-Landesfachbereichsleiter Gerhard Mette der Deutschen Presse-Agentur. Bereits am 7. und 9. September war gestreikt worden.

Verdi fordert 250 Euro im Schnitt pro Monat mehr, um den Lohnabstand zu Busfahrern von kommunalen Arbeitgebern zu verringern. Das sind laut Gewerkschaft etwa 10,8 Prozent. Dagegen macht das nach OVN-Berechnungen 12 Prozent aus. Die Arbeitgeber bieten innerhalb von drei Jahren eine stufenweise Lohnerhöhung von insgesamt 5 Prozent an.

„Die Forderungen der Gewerkschaft sind völlig unrealistisch“, sagte OVN-Geschäftsführer Joachim Schack. Die Kreise als Auftraggeber hätten zurzeit mit der Flüchtlingsproblematik andere brennende Sorgen als die Löhne von Busfahrern. Es gebe keinen finanziellen Spielraum.

„Es kann nicht sein, dass der Abstand zu anderen Tarifverträgen im Busgewerbe noch weiter wächst“, sagte dagegen Mette. Der höchste OVN-Lohn seien etwa 2300 Euro brutto, das bedeute für einen Single rund 1400 Euro netto. Einige Busfahrer seien sogenannte Aufstocker, die vom Staat Lohnzuschüsse erhalten. „Es kann nicht weiterhin so sein, dass die Steuerzahler die Löhne von privaten Busunternehmen subventionieren.“

Fahrten, die in den Kreisen Plön, Ostholstein, Schleswig-Flensburg, Nordfriesland, Dithmarschen und Steinburg sowie in den Städten Kiel und Neumünster von Partnerunternehmern durchgeführt werden, sind von den Streiks nicht betroffen. Die Fahrten, die von Bussen der Autokraft bedient werden, fallen bis auf Weiteres aus.

Ausnahmen sind der Flughafenbus Kielius (Kiel-Hamburg), der Schülerverkehr Gettorf, Dänische Schule in Dänischenhagen sowie der AWO-Kindergartenverkehr

1044 Flensburg – Husum – Flensburg

1605 Flensburg – Kappeln – Flensburg

2820 Heide – Rendsburg – Heide ab 7.00 Uhr,

2013 Stadtverkehr Flensburg – Tarup

Zusätzliche Fahrten können nicht realisiert werden, so dass die gewohnten Kapazitäten fehlen, heißt es weiter. Einzelne Fahrten werden ersetzt auf den Linien:

1013 Flensburg – Niebüll – Flensburg, jeweils alle Fahrten zur vollen Stunde
1063 6.45 Uhr ab Schwabstedt – Husum
2582 bis 2584 6.20 Uhr ab Brunsbüttel über Marne, Meldorf nach Heide und 14.35 Uhr zurück ab Heide

Im Stadtverkehr Kiel ist Autokraft auf den 500er- und 900er-Linien im Einsatz. Die Fahrten der Autokraft entfallen auf diesen Linien komplett. Die Fahrten der Kieler Verkehrsgesellschaft sind von den Warnstreiks nicht betroffen.

Die Bahn stellt wichtige Informationen unter www.bahn.de/autokraft zusammen. Dort werden ebenfalls die Streikfahrpläne veröffentlicht. Telefonisch können sich Fahrgäste auch an den Kundendialog DB Regio unter Tel. 0431-6660 wenden.

Auch bei der NOB müssen Fahrgäste mit Behinderungen rechnen. Der Busverkehr im Raum Eutin und Bad Segeberg ist erheblich beeinträchtigt, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Nur vereinzelt fahren Busse. Anschlüsse oder Rückfahrten können nicht gewährleistet werden. Züge sind von den Streiks nicht betroffen. Fahrgäste können sich unter www.nob.de informieren.

Die NVB-Niebüll fährt ausschließlich zu den dänischen Schulen in Flensburg. Alle anderen Linienfahrten fallen aus. Informationen gibt es unter www.nvb-niebüll.de

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erstellt am 14.Sep.2015 | 06:39 Uhr

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