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A7-Deckel in Hamburg : Autofahrern droht Dauerstau bis 2023

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Für den Bau des Autobahndeckels in Hamburg ab Mitte 2014 muss die A7 dutzende Male gesperrt werden.

Hamburg | Beim bevorstehenden Ausbau der Autobahn 7 in Hamburg wird es allein im Abschnitt Stellingen zu rund einem Dutzend Vollsperrungen kommen. Das haben die Planer bei einem Informationsabend für Anwohner jetzt angekündigt. Ulrich Krentz von der Planungsgesellschaft des Bundes (Deges): „Allein für den Abbau der alten und den Neubau der neuen Langenfelder Brücke muss die A7 etwa zehnmal komplett gesperrt werden.“ Hinzu kämen einmalige Vollsperrungen für den Abriss der Brücke Wördemanns Weg sowie für Rettungsübungen im fertigen Tunnel.

Die Vertreter der Deges und der Hamburger Verkehrsbehörde sagten zu, die Sperrungen möglichst auf verkehrsärmere Wochenenden oder in die Nacht zu verlegen. Ganz vermeiden ließen sich diese Blockade einer der meist befahrenen Autobahnen Deutschlands aber nicht, so Baudirektor Klaus Franke. „Der Ausbau ist eine Operation am offenen Herzen.“ Heißt: Während der insgesamt mindestens zehnjährigen Bauphase muss die Autobahn prinzipiell offen bleiben. Gearbeitet wird unter dem rollenden Rad. Die etwa 150 Bürger im Saal reagierten erschrocken. „Dann ist hier ja zehn Jahre Stau“, sagte ein Zuhörer. Widerspruch vom Podium gab es nicht.

Der Ausbau der A7 ist das größte Straßenbauvorhaben im Großraum Hamburg seit Jahrzehnten. Die mit täglich 152.000 Fahrzeugen überlastete Verbindung erhält zwischen Bordesholmer Dreieck und Elbtunnel zwei zusätzliche Fahrstreifen. Hinzu kommt auf Hamburger Gebiet der dreigeteilte Lärmschutzdeckel in den Abschnitten Schnelsen, Stellingen und Bahrenfeld/Othmarschen. Die Verbreiterung samt der aufwändigsten Autobahndeckelung in ganz Europa soll 2014 starten und wird wohl mindestens bis 2023 dauern. Die Kosten liegen bei mehr als einer Milliarde Euro. Den Löwenanteil trägt der Bund.

Auf Hamburger Territorium beginnen die eigentlichen Arbeiten Mitte kommenden Jahres in Schnelsen, ein Jahr später folgt der jetzt vorgestellte Abschnitt Stellingen. Damit verläuft der Ausbau in diesen beiden Bereichen weitgehend zeitgleich. In Schnelsen sind für den Bau der 560 Meter langen Lärmhaube ebenfalls zwei Vollsperrungen der A7 angekündigt. Eng wird es dort ab 2016 zudem, wenn die Abfahrt Schnelsen für 18 Monate dicht gemacht wird.

Vorbereitende Maßnahmen sind angelaufen, was Autofahrer auch im Hamburger Stadtgebiet in Kürze besonders zu spüren bekommen werden. Ab Februar errichtet die Stadt an der Kreuzung Kieler Straße/Sportplatzring eine halbjährige Großbaustelle. Der Bereich wird so umgestaltet, dass er in der Deckelbauphase weniger stauanfällig ist.

Der Stellinger „Schalldämpfer“ wird knapp 900 Meter lang und erstreckt sich von nördlich der Anschlussstelle Stellingen bis zur Güterumgehungsbahn. Die kreuzende Brücke Wördermanns Weg wird auf die Tunneloberfläche verlegt. In den angrenzenden Gärten ragt die Tunnelhaube dann bis zu drei Metern in die Höhe. Die Betonwände sollen ebenso begrünt werden wie das gesamte Tunneldach. Auf diesem entsteht laut Planungen ein „eher robuster Park“ mit Sitzbänken, einer durchgängigen Promenade sowie 43 Kleingartenparzellen. Außerhalb des Tunnels erhält die A7 zwischen Stellingen und Volkspark auf 2,7 Kilometern Flüsterasphalt. Eine Besonderheit in diesem Bereich ist zudem der Neubau der Langenfelder Brücke, ein etwa 600 Meter langes Autobahnstücks oberhalb des Langenfelder Bahnhofs.

Demontage und Montage der Querung im laufenden Betrieb seien für die Ingenieure eine ganz erhebliche Herausforderung, gestand Deges-Bauleiter Bernd Hoffmann. Und wohl auch ein Spektakel für Technikinteressierte. Denn die Brücke soll oberhalb der Gleise quasi abgesägt und zur Seite verschoben werden, um die Bahnanlagen zu schonen. Allein diese Arbeiten sollen von Mitte 2014 bis Ende 2018 dauern.

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erstellt am 17.Okt.2013 | 12:45 Uhr

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