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Grundsatzerklärung : Aushang in Finanzämtern in SH: Mit Worten gegen künftige Gewalt

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Eine Grundsatzerklärung soll künftig an den Türen der Ämter in Schleswig-Holstein hängen.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 14:15 Uhr

Kiel | Es klingt so schön und doch bleibt die Frage nach Sinn und Erfolg der Aktion: Die Finanzverwaltung Schleswig-Holsteins hat eine Grundsatzerklärung erarbeitet, die in dieser Woche landesweit in den Ämtern aufgehängt werden soll. Kern der Erklärung ist die Forderung nach einer von Respekt getragenen Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern - von beiden Seiten, heißt es in einer Pressemitteilung des Finanzministeriums.

„Jeder Mensch hat das Recht, vom Gegenüber als Mensch wahrgenommen und mit Respekt behandelt zu werden, auch wenn die Meinungen in Sachfragen auseinandergehen“, sagt Finanzministerin Monika Heinold. Sie hängte am Montagvormittag die Grundsatzerklärung im Finanzministerium in Kiel auf. Sichtbar im Eingangsbereich angebracht solle die Erklärung beim Betreten des Gebäudes daran erinnern, dass hinter jeder beruflichen Funktion letztlich immer ein Mensch stehe, sagt Heinold. Angesichts der Informationsflut an schwarzen Brettern und Formular-Dschungel bleibt offen, ob das im Grundsatz richtige Dokument die nötige Aufmerksamkeit bekommt.

Wortlaut der Grundsatzerklärung gegen Gewalt für Wertschätzung und Respekt:

 

Der tödliche Angriff auf einen Finanzbeamten im Jahr 2014 ändert nichts daran, dass die Steuerverwaltung des Landes Schleswig-Holstein auch in Zukunft eine offene und bürgerfreundliche Verwaltung sein wird.

 

Unser Finanzamt bekennt sich zu einer von gegenseitigem Respekt getragenen Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Amtsleitung und alle Beschäftigten tolerieren keine Gewalt am Arbeitsplatz. Deshalb ergreifen wir gemeinsam Maßnahmen, um Gewalt in unserem Verantwortungsbereich zu vermeiden.

 

In unseren Räumlichkeiten gilt daher: Keine Toleranz bei Gewalt. Zum Schutz unserer Beschäftigten und Besucher/innen dulden wir keinesfalls jede Form körperlicher oder psychischer Gewalt, Bedrohungen, verbale Belästigungen, Sachbeschädigungen, das Mitführen von Waffen jeglicher Art sowie sexuelle Belästigungen/Übergriffe

 

Die Amtsleitung verpflichtet sich, Straftaten sofort zur Anzeige zu bringen. Die Amtsleitung, die Führungskräfte und alle Mitarbeiter/innen sind für die Umsetzung dieser Grundsatzerklärung verantwortlich.

 

Die Grundsatzerklärung ist eines der ersten Ergebnisse der Arbeitsgruppe Sicherheit, die nach dem tödlichen Angriff auf einen Finanzbeamten in Rendsburg im Herbst vergangenen Jahres einberufen wurde. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe kommen aus den Finanzämtern und dem Finanzministerium und werden von Polizei und Justiz unterstützt. Ziel ihrer Arbeit ist die Erstellung eines umfassenden Sicherheitskonzeptes für die Finanzämter. Die Arbeitsgruppe soll außerdem Möglichkeiten prüfen, das bestehende Alarmsystem zu erweitern und ein Schulungskonzept zum Thema Eigensicherung zu erarbeiten.

„Mit diesem sorgfältig und von vielen Menschen erarbeiteten Konzept führen wir die Wünsche nach Sicherheit und Bürgerfreundlichkeit zusammen. Uns ist es wichtig, dass wir von den Bürgerinnen und Bürger im Land weiterhin als eine offene Verwaltung wahrgenommen werden“, sagt Heinold.

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