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Rausgeflogen bei X-Faktor : Aus der Traum

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Die Rendsburgerin Caprice Edwards war Kandidatin der Castingshow "X-Factor". Jetzt flog sie raus. Dabei hatte sie sich für ihren Auftritt extra abgeschminkt.

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erstellt am 21.Sep.2010 | 09:21 Uhr

Rendsburg / Hamburg | Sie war eine von vielen. Trotzdem hatte Caprice Edwards (18) aus Rendsburg die Hoffnung, dass sie es schafft. Vor gut einem halben Jahr meldete sie sich für die Castingshow "X-Factor" an, die dienstags auf dem Fernsehsender Vox läuft.
Dass sie zunächst genommen wurde, ist nicht verwunderlich. Schließlich ist die junge Frau mit den hohen Schuhen und dem süßen Lächeln eine klassische Castingshow-Kandidatin: Sie ist hübsch, etwas naiv, hat Talent. Und natürlich träumt sie seit ihrem vierten Lebensjahr von einer Gesangskarriere.
"Ich habe ganz doll geweint"
Caprice bewarb sich mit dem Song "Pokerface" von Lady Gaga, überzeugte mit ihrer melodischen Stimme, überstand die ersten Runden, schaffte es unter die letzten 18 Kandidaten. Doch am vergangenen Dienstag zerplatzte der Traum vom Plattenvertrag: Sie musste das Camp in Barcelona verlassen. "Ich dachte, für mich bricht eine Welt zusammen. Ich habe ganz doll geweint."
Für sie ist diese Niederlage schon ein paar Wochen her, die ausgestrahlte Sendung am Dienstag war eine Aufzeichnung. Als sie die aufwühlenden Szenen jedoch mit ihrem Freund Hamed Kazimi (26) im Fernsehen nochmal sah, flossen wieder Tränen. "Ich hatte gehofft, es wenigstens in die Live-Shows zu schaffen." Caprice spricht leise, um ihren Hals trägt sie eine "Hello-Kitty"-Kette. Nicht nur ihre perfekt manikürten Fingernägel wirken zerbrechlich.
Mutter: Sarah Connors Forderung ist Schikane
Sängerin und Jury-Mitglied Sarah Connor habe ihr den Rausschmiss so erklärt: Caprice sei sehr jung und als Künstlerin noch nicht weit genug. Die Rendsburgerin mit den schwarz gefärbten Haaren und den dunkel geschminkten Augen versteht das nicht. "Ich habe hart an mir gearbeitet, mich gesteigert und vor der letzten Show sogar abgeschminkt."
Letzteres war für Caprice ein großer Schritt. Denn ungeschminkt geht die 18-Jährige nie aus dem Haus. Doch Sarah Connor war ihr Styling wohl ein bisschen zu viel "Pokerface". "Sie meinte, ich verstecke mich hinter einer Fassade", sagt Caprice und lacht verlegen. Ihre Mutter Stefanie Edwards hält Sarah Connors Forderung dagegen für Schikane. Sie habe damit ihre Tochter zum "Mauerblümchen" machen wollen. So weit will Caprice nicht gehen. "Sarah ist wirklich nett. Und ich bin selbstsicherer geworden. Halb Deutschland hat mich jetzt schließlich ungeschminkt gesehen." Nicht ganz: 1,38 Millionen Zuschauer sahen ihren letzten Auftritt.
Fest steht allerdings: Caprice, die inzwischen zu ihrem Freund nach Hamburg gezogen ist, muss nun auf anderem Weg an ihrer Musikkarriere feilen. In drei Monaten will sie ihr erstes Pop- und RnB-Album herausbringen, mit zwölf selbst geschriebenen Songs. Ihre Texte wird sie auf Englisch singen, das Caprice fließend spricht. Als Kind lebte sie mit ihren Eltern einige Jahre in Großbritannien. Auf ihren musikalischen Durchbruch allein will Caprice dennoch nicht vertrauen: Sie möchte ihren Realschulabschluss und eine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin machen. Ihr Freund Hamed Kazimi ist von ihrem Talent überzeugt. "Ich finde ihre Stimme toll und glaube an sie."

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