zur Navigation springen

FH Kiel : Auf den Spuren virtueller Welten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Abtauchen in die digitale Welt: An der FH Kiel forschen Studenten zu Fragen rund um die virtuelle Realität.

Es gibt kaum etwas, was die Spieleindustrie derzeit mehr bewegt: Hersteller wie Oculus und Sony stehen kurz davor, eine heiß ersehnte Technologie marktfähig zu machen – virtuelle Realität. Es handelt sich um Datenbrillen mit integrierten Displays. Einmal aufgesetzt tauchen Nutzer ab in die digitale Welt. Ihre Kopfbewegungen werden von Programmen erfasst und berechnet. Spielehersteller versprechen sich davon ganz neue Möglichkeiten.

Für die FH Kiel ist das Konzept hinter der Technologie gar nicht so neu: „Virtuelle Realität ist eine Realität, weil sie uns beeinflusst. Das kann man ähnlich auch schon in Filmen oder Büchern erleben“, erklärt Prof. Dr. Patrick Rupert-Kruse. Er ist Leiter des Instituts für immersive Medien (IFM). Brillen wie die „Oculus Rift“ verstärken dieses Gefühl noch mehr als 3D-Filme wie „Avatar“. „Mit den neuen Datenbrillen können wir mit dem virtuellen Raum interagieren, als wären wir direkt vor Ort und nicht mehr hier.“

Hier – das ist ein 2011 eingerichtetes Labor mit neuesten Display- und Interfacetechnologien. Virtuelle Realität ist nur eines der Phänomene, die das IFM beschäftigen. „Wir untersuchen die aktuellen Entwicklungen im Medienbereich überall da, wo die virtuellen, dargestellten Welten mit der Realität verschwimmen“, sagt Rupert-Kruse.

Nicht nur beobachten, selber kreativ sein, dachte sich Malte Boedeker. Im vergangenen Jahr fing der Masterstudent im Studiengang Multimedia Production an, sein eigenes Computerspiel mit VR-Technologie zu entwickeln. Es trägt den Namen „Sense“. „Ich wollte ein Spiel entwickeln, das mit einer Datenbrille gut funktioniert“, sagt der 28-Jährige. Auf seinem Laptop demonstriert er, was er damit meint. Der Spieler befindet sich in dunklen Kellergängen, die nur sporadisch von Fackeln beleuchtet werden. Malte Boedeker drückt eine Taste und der Bildschirm wird schwarz. Das Licht ist aus. Dafür sieht der Spieler die von ihm verursachten Schallwellen, die von der Umgebung reflektiert werden. Eine ungewohnte, düstere Situation, die mit einer VR-Brille besonders intensiv wirkt.

„Wenn man ein Spiel für eine VR-Brille entwickelt, muss man komplett umdenken. Was in der Filmtheorie funktioniert, geht hier nur bedingt“, erklärt Florian Retiet. Der 25-Jährige arbeitet an der Spiellogik für „Sense“. Der Student entwirft die Rätsel und die künstliche Intelligenz der Gegner. Schnelle Bildschnitte und -schwenks können die Spieler verwirren und sogar Übelkeit verursachen. „Die nimmt der Körper nicht als eigene Bewegung wahr.“

Neben der Theorie zur virtuellen Realtiät entstehen an der FH Kiel aktuell zwei Spiele. „Sense“ muss spätestens Ende Dezember fertig sein. „Dann ist Abgabetermin. Bis dahin wartet noch viel Arbeit auf uns“, sagt Malte Boedeker.

 

>www.immersive-medien.de

 

zur Startseite

von
erstellt am 20.Okt.2014 | 10:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen