zur Navigation springen

Auf das Hier und Jetzt konzentrieren

vom

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Bamberg | Alt zu werden - davor haben viele Menschen Angst. Was passiert mit mir später? Bleibe ich körperlich und geistig fit? "Hören Sie auf, düstere Zukunftsvisionen zu entwerfen", sagt Ursula Nuber, Diplom-Psychologin aus Hirschberg-Großsachsen. "Konzentrieren Sie sich auf das Hier und Jetzt."   Eine positive Lebenseinstellung verschönert nicht nur das Leben.

"Die Glückforschung belegt, dass Optimisten länger leben", sagt Beate Forsbach, Diplom-Psychologin aus Bamberg. "Wer sich immer mit Zukunftsängsten plagt, sich um die Gesundheit sorgt oder mit dem Lebensstatus unzufrieden ist, steht unter Daueranspannung." Dieser Stress raube dem Körper Energie, mache schlapp, müde und krank. Auch Ursula Nuber rät, Ängsten und Sorgen nicht zu großen Raum zu geben: "Aus der Psychologie wissen wir, dass es weniger die Dinge selbst sind, die uns erschrecken, als vielmehr die Vorstellung davon."

"Es kommt nicht darauf an, wie alt wir werden, sondern wie wir alt werden", sagt die Altersforscherin Prof. Ursula Lehr aus Heidelberg. "Es gilt, die Jahre mit Leben zu füllen."

Jeder Menschen entwickle dafür sein individuelles Konzept: "Erfolgreiches Altern und Lebensqualität lassen sich nicht von außen beurteilen, sondern nur vom Menschen selbst."  

  Wichtig außer den großen Anti-Aging-Faktoren wie Bewegung, gute Ernährung und Gesundheit seien auch psychische Aspekte: "Gelassenheit ist ein ganz wichtiges Thema", sagt Forsbach. "Während man in jungen Jahren noch Tausend Ansprüchen hinterherhetzt, ist es ein erleichterndes Gefühl, endlich angekommen zu sein."    Sich nicht mehr unter Stress setzen lassen, von der Meinung Dritter unabhängiger sein: "Das sind große Vorteile im Alter, die die Lebensqualität massiv erhöhen", erklärt Forsbach.

Auch Neugierde und ein reger Geist scheinen ein Jungbrunnen zu sein: "Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass geistig aktivere Menschen mit vielen Interessen ein höheres Lebensalter bei geistig-körperlichem Wohlbefinden erreichen als Menschen, die weniger Interessen haben und geistig weniger aktiv sind", sagt Ursula Lehr.  

  Sehr bedeutend im Alter sei das Wissen, wichtig zu sein. Dafür braucht es vor allem soziale Kontakte. "Am besten über die Familie hinaus", sagt Lehr. "Fangen Sie am besten schon in der mittleren Lebenshälfte an, generativ zu sein", rät Nuber.

Generativität nennen Psychologen die Fähigkeit, die eigenen Fähigkeiten in die nächste Generation weiterzutragen. "Sich einzubringen, schenkt Nähe und Anerkennung." Und es eröffnet die Chance, neue Menschen zu treffen.   

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen