Rondeshagen : Asbest-Transporte werden ausgesetzt - zunächst

Die Bürger von Rondeshagen (Kreis Herzogtum Lauenburg) können erst einmal aufatmen: Zunächst soll kein Asbestschlamm dorthin gebracht werden.

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07. November 2011, 10:13 Uhr

Der umstrittene Transport von rund 170.000 Tonnen Giftmüll aus der Region Hannover nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verzögert sich.
Ursprünglich sollte von Montag an die Asbest-Halde von Wunstorf nach Ihlenberg (Nordwestmecklenburg) und Rondeshagen (Kreis Herzogtum Lauenburg) verlagert werden. Das teilte Niedersachsens Sozialministerium am Samstag mit. Zuvor hatten Medien berichtet, dass zunächst ein TÜV-Gutachten über mögliche Gesundheitsgefahren ausgewertet werden soll. "Wir wollen das Gutachten schriftlich vorliegen haben", sagte Ministeriumssprecher Thomas Spieker.
Nach Angaben des Sprechers der Region Hannover sollen insgesamt 170.000 Tonnen Asbest-Müll umgelagert werden. Zur Deponie Ihlenberg werden den Planungen zufolge 130.000 Tonnen Asbestzementschlamm gebracht. Weitere 30.000 Tonnen sollen auf die Deponie Rondeshagen kommen. Dorthin werden zudem 10.000 Tonnen mit sogenannten Asbestscherben verlagert.
Mehr als 7000 Transporte geplant
Nur wenn keine gesundheitlichen Gefährdungen für die Menschen an der Strecke bestehen würden, werde das Sozialministerium den mehr als 7000 Transporten zustimmen, sagte Ministeriumssprecher Spieker. Er wies darauf hin, dass das Sozialministerium allerdings nicht grundsätzlich für die Umlagerung des Giftmülls zuständig sei. Es ginge nur um einen sicheren Transport. Wenn der Schlamm als Gefahrgut eingestuft wird, müsse er als solcher transportiert werden.
Der Asbestschlamm stammt von einer Halde in Wunstorf-Luthe bei Hannover. Dort hat die Firma Fulgurit bis 1990 Asbestprodukte hergestellt. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest in Deutschland wegen der nachgewiesenen Gesundheitsgefahren verboten. In Schwerin hatten am Freitag Bürger gegen die Transporte protestiert.

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