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Nach Mord in Heide : Anwohner trauern um getöteten Ladenbesitzer

vom

Der Schock sitzt tief in Heide. Anwohner reagieren fassungslos auf den Mord an einem 73 Jahre alten Ladenbesitzer. Am Sonntag trafen sie sich zur gemeinsamen Andacht.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2014 | 12:53 Uhr

Heide | Nach dem gewaltsamen Tod eines Ladenbetreibers in Heide tappt die Mordkommission weiter im Dunkeln. „Entscheidende Hinweise gab es noch nicht“, sagte am Montag Merle Neufeld von der Polizeidirektion Itzehoe. Der 73-Jährige war am Freitagnachmittag leblos in seinem Lebensmittelladen im Zentrum der Kreisstadt gefunden worden. Nachbarn hatten die Leiche im hinteren Raum des kleinen Ladens entdeckt.

Der Kaufmann war Opfer einer Gewalttat geworden. Weitere Angaben zur Todesursache gab es von der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht. Es war auch am Montag noch unklar, ob in dem kleinen Laden etwas gestohlen wurde. Zu Medienberichten, wonach der Mann erstochen worden sein soll beziehungsweise sich mehrere Tatverdächtige auf der Flucht befinden sollen, machte die Polizeisprecherin zunächst keine Angaben. Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an, hieß es. „Der große Durchbruch ist noch nicht gelungen“, äußerte Polizeisprecher Hans-Werner Heise am Montagmorgen.

Nach dem Verbrechen ist die Betroffenheit in Heide groß. Anwohner trafen sich am Sonntagabend mit Kerzen und Blumen vor dem Geschäft, um ihrer Anteilnahme Ausdruck zu verleihen. Ein Zettel am Schaufenster und ein Aufruf im Internet luden dazu ein. 

Für viele Anwohner war der Kaufmannsladen eine Anlaufstelle und der Einkauf an der Ecke ein wichtiger täglicher Kontakt. „Wenn ich den Laden betreten habe, hat er immer gesagt: Hallo Frau Ips!“, erinnert sich Brigitte Ipsen. Sie kauft seit neun Jahren regelmäßig ihre Brötchen in dem kleinen Laden in Lüttenheid und lächelt, als sie sich an den Spitznamen erinnert, den ihr der Kaufmann gegeben hat.

Der Heider Bürgermeister Ulf Stecher wendet sich jetzt in einer Videobotschaft via Youtube an die Bürger seiner Stadt. Denn nicht nur der Mord, auch eine Brandserie, in der unter anderem eine Schulturnhalle vernichtet wurde, hatte die Dithmarscher Kreisstadt zuletzt beunruhigt. In seiner Ansprache dankt Stecher den ehrenamtlichen Helfern, den Rettern und denen, die sie unterstützten. „Lassen Sie uns alle zusammenstehen und gemeinsam dafür kämpfen, dass sich das Licht ausbreitet: Das Licht von Solidarität, das Licht von Mitgefühl und das Licht von gesellschaftlichem Engagment. Dieses Licht möge das Leben in unserer schönen Stadt Heide bestimmen“, so der Appell des Bürgermeisters am Ende seiner Video-Botschaft.

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