Naturschutz : Anwalt von Flora und Fauna geht

Abschiedsgeschenk: Umweltministerin Juliane Rumpf überreichte Klaus Dürkop eine Zuwendung in Höhe von fast 13.000 Euro für die Käfer-Kartierung der Stiftung Naturschutz auf dem Graswarder in Ostholstein. Foto: Suhr
Abschiedsgeschenk: Umweltministerin Juliane Rumpf überreichte Klaus Dürkop eine Zuwendung in Höhe von fast 13.000 Euro für die Käfer-Kartierung der Stiftung Naturschutz auf dem Graswarder in Ostholstein. Foto: Suhr

Fünf Jahre war Klaus Dürkop Landesnaturschutzbeautragter in Schleswig-Holstein. Jetzt wurde er von Umweltministerin Juliane Rumpf aus seinem Amt verabschiedet.

shz.de von
27. Oktober 2011, 08:45 Uhr

Kiel | Er gibt erst Ruhe, wenn die Natur ihre Ruhe hat. Und er ist nicht zufrieden: "Die Natur wurde weiter zurückgedrängt", sagte Klaus Dürkop, Landesnaturschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein, vor geladenen Gästen im Umweltministerium. Der 72-Jährige wurde am Mittwoch von Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) zum Ende seiner fünfjährigen Amtszeit verabschiedet.
Dass sie sich nicht immer einig waren, daraus machten die Ministerin und Dürkop mit freundlichen Worten keinen Hehl - vor allem mit Blick auf die freiwilligen Empfehlungen an die Maisbauern. Gegenseitig erkannten sie aber an, dass sie beide nur eines im Blick haben: das Wohl der Natur.
Artenrückgang konnte nicht gestoppt werden
Es sei immer das Anliegen Dürkops gewesen, das Miteinander zu fördern statt Gegensätze aufzubauen, würdigte Juliane Rumpf dessen Einsatz. "Das haben Sie sehr beharrlich getan und mit klarem Blick dafür, was die Natur benötigt." Der Artenreichtum habe ihm stets am Herzen gelegen. "Ihre mahnenden Worte habe ich immer wieder zum Anlass genommen, Entscheidungen auszutarieren - auch im Sinne der Biodiversität", dankte die Ministerin dem Beauftragten.
Den Blick für den Artenreichtum habe er im Elternhaus gelehrt bekommen, berichtete Dürkop, der im nordfriesischen Tönning geboren wurde. Seine Bilanz: "Der Artenrückgang konnte nicht gestoppt werden." Klaus Dürkop engagiert sich seit 1965 im Naturschutz, als Betreuer für den ostholsteinischen Graswarder sowie im Naturschutzbund. 1987 erhielt er für seinen Einsatz das Bundesverdienstkreuz. Die Mahnung des 72-Jährigen: "Die Natur ist das größte Kapital, das wir haben. Vor einem Eingriff sollte die Natur befragt werden - nicht umgekehrt!"
Nachfolger wird Dr. Holger Gerth
Aber auch dies ließ Dürkop die Ministerin wissen: "Ich habe das Amt wahnsinnig gerne ausgeführt." Seit 2006 war er Landesnaturschutzbeauftragter. Sein Nachfolger wird Dr. Holger Gerth (62), zuletzt Leiter der Abteilung Umwelt in der Landwirtschaftskammer. Das Amt habe das Privileg inne, "ohne Hierarchie den direkten Zugang wählen zu können", sagte Dürkop. Und hier dankte der 72-Jährige Juliane Rumpf für ihr Vertrauen. "Frauen wie Sie braucht die Politik."

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