Tote Joggerin im Wald : Anna-Lena U. war zu Besuch in Lübeck

Mit einem Bild von Anna-Lena U. will die Polizei Menschen finden, die sich an die Tote erinnern und eventuell Hinweise auf die Todesumstände geben könnten. Foto: Polizeipräsidium Rostock
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Mit einem Bild von Anna-Lena U. will die Polizei Menschen finden, die sich an die Tote erinnern und eventuell Hinweise auf die Todesumstände geben könnten. Foto: Polizeipräsidium Rostock

Die Liebe hatte Anna-Lena U. nach Italien gezogen. Jetzt machte die 29-Jährige Urlaub bei ihren Eltern in Lübeck. Warum wurde sie beim Joggen im Wald brutal umgebracht?

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11. Juli 2013, 10:21 Uhr

Lübeck/Herrnburg | Eine junge Frau lächelt in die Kamera: Es ist Anna-Lena U. (29), die am Sonntagvormittag beim Joggen auf dem alten Grenzstreifen bei Lübeck ermordet worden ist. Die Polizei sucht mit diesem Foto jetzt Zeugen, die sich an die junge Frau erinnern. "Wir haben keine heiße Spur. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen", sagte Staatsanwalt Lennart Leuschner am Mittwochmittag in Schwerin.
Der grausige Mord berührt die Menschen tief: Anna-Lena U. hinterlässt ein zweijähriges Kind und einen Ehemann. Trauernde haben am Tatort Kerzen angezündet, Blumen stehen im Sand, wo die Spuren ihres vergeblichen Überlebenskampfes noch zu sehen sind. "Warum?" steht auf einem kleinen Pappschild. Unterdessen werden immer mehr Details der tragischen Ereignisse bekannt: So soll Anna-Lena U., die in Lübeck aufgewachsen ist, gar nicht mehr in der Hansestadt gewohnt haben - sondern in Italien. Dort hatte sie geheiratet. Sie war lediglich zu ihren Eltern gefahren, ihre Tochter und ihr Ehemann sollen in Italien geblieben sein. Eine Beziehungstat schließen die Ermittler daher aus. Fest steht nun wohl auch, dass Anna-Lena U. mit Messerstichen in den Hals getötet wurde - auf Anfrage wurde das von den Ermittlern nicht mehr dementiert.

Vater fand die Leiche der Frau

Die Leiche der jungen Frau war von ihrem Vater neben dem Kolonnenweg des alten Grenzstreifens in Nordwestmecklenburg gefunden worden. Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet, die inzwischen aus 25 Beamten besteht. Zunächst hatten Ermittler Fotos ihrer Bekleidung veröffentlicht. Innerhalb weniger Stunden seien mehrere Dutzend Hinweise eingegangen. "Etliche sind ernst zu nehmen, sie werden jetzt ausgewertet", sagte Isabel Wenzel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Rostock.
Am Dientag befragen Kripo-Beamte Anwohner an der Stelle, an der der Kolonnenweg in das Wohngebiet von Herrnburg mündet. Der Weg wird von Joggern, Radfahrern, Reitern und Hundehaltern rege frequentiert. "Es kann nicht viel Zeit zwischen dem Tod der Frau und ihrem Auffinden durch den Vater vergangen sein", sagte die Polizeisprecherin. Deshalb hoffen die Ermittler, dass der Täter noch gesehen worden sein könnte.

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