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Strafverfahren : Anklage gegen Gerhard Schmid zugelassen

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Mit Mobilcom war er Börsenstar. Dann stürzte Gerhard Schmid tief. Dass der Vorwurf des Bankrottvergehens verjährt, verhindert nun das Kieler Landgericht.

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2013 | 08:25 Uhr

Kiel | Kurz vor der Verjährung hat das Kieler Landgericht eine Anklage wegen Bankrottvergehens gegen Ex-Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Das bestätigte Gerichtssprecher Sebastian Brommann am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage. Ein Termin für den Prozessbeginn stehe noch nicht fest, das könne noch Monate dauern, sagte Brommann.
Gegen den Ex-Mobilcom-Gründer sind noch zwei weitere Verfahren am Landgericht anhängig. Auch diese sind noch nicht terminiert.
Laut Anklage soll Schmid zwischen 2002 und 2004 rund 2,8 Millionen Mobilcom-Aktien im Wert von rund 14 Millionen Euro nach Liechtenstein verschoben haben - am Insolvenzverwalter vorbei in ein Depot einer Gesellschaft, die seiner Ehefrau gehört haben soll. Zudem soll er rund 2,9 Millionen Euro aus dem Verkauf von Spitzenpferden transferiert haben. Schmids frühere Frau ist in dem Verfahren wegen Beihilfe angeklagt.

Verteidiger zeigen sich zuversichtlich


Schmids Verteidiger Marc Langrock zeigte sich „nach wie vor zuversichtlich, dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen werden“. Der schleswig-holsteinische FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki, der Schmids Ex-Frau vertritt, bezeichnete es dagegen als „eher unwahrscheinlich“, dass es überhaupt zu einem Prozess kommt. „Das steht noch in den Sternen.“ Die Kammer habe das Hauptverfahren nur eröffnet, um die drohende Verjährung zu verhindern. Sie wäre im Juni eingetreten. Vor der Entscheidung über einen Prozessbeginn würde das Gericht noch Gutachten einholen.
Für die Anklage ermittelte die Staatsanwaltschaft seit 2005. Sie ließ Büros in Liechtenstein durchsuchen, Bankmitarbeiter verhören und Akten beschlagnahmen. Schmids Anwälte versuchten vergeblich, den Zugriff zu verhindern. Liechtensteiner Gerichte gaben aber in erster und zweiter Instanz ihre Zustimmung. Der Staatsgerichtshof wies zudem eine Verfassungsbeschwerde zurück. 2009 erhielt die Kieler Staatsanwaltschaft die Depot- und Kontounterlagen, auf die sie nun ihre Anklage stützt.
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