MS11Energy : Angestellte hoffen jetzt auf ihr Insolvenzgeld

Letzte Hoffnung im Trauerspiel um Flensburgs Ex-Hoffnungsträger MS11Energy: Bis Ende Mai soll feststehen, wer wie viel Insolvenzgeld bekommt.

Avatar_shz von
19. April 2009, 12:46 Uhr

Flensburg | Es ist der mutmaßlich vorletzte Akt im Drama um den nie gestarteten Batteriehersteller MS11Energy in Flensburg: Nachdem das Amtsgericht am 1. April das Insolvenzverfahren über das Vermögen der MS11Energy GmbH eröffnete, hat Insolvenzverwalter Kay Hässler (Ehler, Ermer und Partner) jetzt den Überblick über die Zahl der Insolvenzgeldberechtigten: "Es gab insgesamt 192 Leute, die irgendwelche Arbeitsverträge hatten", erklärte Hässler gestern. Durch die Verpflichtung der Ex-MS11-Belegschaft zu eidesstattlichen Erklärungen, durch Kündigungen durch das Ex-Management um MS11-Chef Roman Michalik sowie weitere Recherchen des Insolvenzverwalters war die Zahl der Ex-Mitarbeiter, die nun auf maximal drei Monate Insolvenzgeld hoffen dürfen, fast auf ein Viertel aller Eingestellten geschrumpft: "Es gab auch den Verdacht von Kick-Back-Vereinbarungen", sagt Hässler, womit der Jurist die Möglichkeit meint, dass sich Mitarbeiter gegenseitig und teilweise im Familienumfeld Arbeitsverträge zugeschustert haben dürften - womöglich bereits mit dem Hintergedanken, sich das jetzt anstehende Insolvenzgeld zu erschleichen. Nicht zu vergessen: auf Kosten der Arbeitslosenbeitragszahler.
Insolvenzgeldvolumen auf 450.000 Euro gesunken
Jedenfalls sei das maximale Insolvenzgeldvolumen, das die Arbeitsagentur auszahlen müsse, im Fall der MS11Energy GmbH bereits von rund zwei Millionen auf 450.000 Euro gesunken. Für den einzelnen Mitarbeiter betrage der maximale Anspruch drei Löhne bis zur Betragsbemessensgrenze à 5300 beziehungsweise 5400 Euro. Wobei Hässler darauf hinweist, dass nur einzelne Arbeitsvertragsinhaber von MS11 in dieser Größenordnung lägen.

Manch einer habe indes seine Ansprüche dadurch verwirkt, dass er gegen eine unwirksame Kündigung leider nicht vorgegangen sei. Wieder andere hätten sogar erklärt, sie verzichteten freiwillig. Hässler weiß: "Unter 192 Leuten gibt es eben immer solche und solche."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen