Prozess in Itzehoe : Angeklagte Ärztin bestreitet Betrugs-Vorwürfe

Sie soll ihre Arztpraxis nicht bezahlt und Patienten betrogen haben: Eine Ärztin aus dem Kreis Steinburg muss sich jetzt vor dem Amtsgericht Itzehoe verantworten.

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04. November 2008, 08:31 Uhr

Zum Auftakt eines Betrugs-Prozesses vor dem Amtsgericht Itzehoe hat eine angeklagte Ärztin die Vorwürfe bestritten. Laut Staatsanwaltschaft hatte die 54-Jährige für die Übernahme einer Arztpraxis in Lägerdorf (Kreis Steinburg) im Sommer 2005 den Kaufpreis von 70.000 Euro nicht bezahlt. Außerdem soll sie versucht haben, mit fingierten Rechnungen zu Geld zu kommen. Zwei Jahre nach der Übernahme hatte die Medizinerin der Praxis den Rücken gekehrt - sie war mit den 3500 Patienten-Akten verschwunden. Sechs Wochen später schrieb sie der Anklage zufolge sieben Privatrechnungen an Ex-Patienten, obwohl sie keine Leistungen erbracht hatte.

"Ich kann nachweisen, dass alle Patienten in der Praxis waren", sagte die Angeklagte am Montag. Sie habe damals insgesamt rund 60 Rechnungen für privatärztliche Leistungen geschrieben. Lediglich in zwei Fällen seien die Rechnungen doppelt herausgegangen, erklärte sie: "Ein Versehen einer Angestellten."

Die 54-Jährige hatte die Praxis von einem Mediziner übernommen, der 2005 seine kassenärztliche Zulassung aus Altersgründen abgeben musste. Der damals 68-Jährige habe sich auf Ratenzahlung eingelassen, ließ die Angeklagte ihren Verteidiger erklären. Die Ärztin habe damals vor ihren Angestellten öfter geklagt, dass sie von dem 68-Jährigen "übers Ohr gehauen" worden sei, sagte eine ehemalige Arzthelferin als Zeugin vor Gericht. Dabei sei es um das Inventar und die Patientenzahlen gegangen.

Bis heute habe sie jedoch keinen Cent der Kaufsumme bezahlt, heißt es in der Anklage. Der Ärztin soll bereits beim Vertragsabschluss im Sommer 2005 klar gewesen sein, dass sie die 70.000 Euro nicht aufbringen kann. Der Prozess wird am 17. November fortgesetzt.

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