Stromversorgung : Amrum ist jetzt unabhängig

Millimeterarbeit: Die Tieflader passten nur knapp durch die engen Föhrer  Straßen.  Foto: len
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Millimeterarbeit: Die Tieflader passten nur knapp durch die engen Föhrer Straßen. Foto: len

Durch einen neuen Trafo wird die Insel Amrum unabhängig von Föhr mit Strom versorgt. Eine Methode, die mehr Versorgungssicherheit für beide Inseln bietet.

shz.de von
05. November 2010, 07:52 Uhr

UTERSUM | Schwertransporte sind auch auf dem Festland nicht so einfach durchzuführen. Geht es dann aber gleich um drei Tieflader und einen Kran, deren Ziel eine Insel und dann auch noch die Straße Jaardenhuug in Utersum ist, dann wird Organisatoren und Fahrern eine ganze Menge abverlangt - angefangen damit, die benötigten Plätze auf einer Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei zu bekommen.
Auf der Insel angekommen, mussten dann die Fahrer ihre langen Vehikel bis hin nach Utersum steuern, wo enge Straßen und Kurven bewältigt werden mussten. Und um die Sache noch weiter zu verkomplizieren, konnten die riesigen Fahrzeuge den Jaardenhuug nur im Rückwärtsgang ansteuern. Bei diesem Unternehmen, das eine große Zahl Schaulustiger anlockte, ging es um den Ersatz des alten Transformators am Umspannwerk Utersum, für den die Schleswig-Holstein Netz AG, eine Tochter des Energieversorgers Eon, verantwortlich zeichnete.
Trafo wurde in Österreich hergestellt
Über diesen, übrigens in Österreich hergestellten Trafo, wird die Insel Amrum unabhängig von Föhr mit Strom versorgt. "Damit können die Stromnetze auf Föhr und Amrum getrennt werden, so dass Schäden in einem Inselstromnetz keine Auswirkungen auf das Netz der anderen Insel haben können", erklärte Hartmut Gonnsen, Leiter des zuständigen Netz-Centers in Niebüll. In diese Verbesserung der Versorgungssicherheit hat die Schleswig-Holstein Netz AG 420.000 Euro investiert. Neben dem Trafo hat das Unternehmen in diesem Jahr bereits 330.000 Euro für eine neue Schaltanlage und rund 22.000 Euro für das Nieder- und Mittelspannungsnetz in Norddorf aufgewandt, ist von Gonnsen weiter zu erfahren.
Doch bevor der neue, rund 17,5 Tonnen wiegende Transformator aufgestellt werden und seinen Betrieb aufnehmen konnte, galt es zunächst, das in zwei Teilen angelieferte Transformatorenhaus, das sich optisch positiv von seinem Vorgänger abhebt, auf dem "Luftweg" an seinen neuen Standort zu bugsieren. Dies geschah am Haken eines Krans, dessen Fahrer Millimeterarbeit leisten musste und sich dabei lediglich an den Armbewegungen des "Bodenpersonals" orientieren konnte. Erst nachdem das Gebäude aufgestellt und seine zwei Hälften verschweißt worden waren, konnte dann der Trafo an seinem neuen Platz installiert werden.
Inzwischen sind die Amrumer bei der Versorgung mit Strom vom Föhrer Netz unabhängig. Damit das einwandfrei klappt, werden das Funktionieren und die Steuerung des Umspannwerkes in Utersum an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr überwacht. Dies geschieht jedoch nicht von Föhr aus, sondern in Rendsburg, wo "eine der modernsten Netzleitstellen Deutschlands" angesiedelt ist, so die Schleswig-Holstein Netz AG in einer Pressemitteilung.

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