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Tri-Island-Triathlon 2015 : Amrum, Föhr und Sylt: Wie der Wettkampf über drei Inseln funktioniert

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Wochenende steigt erstmals ein Triathlon mit Stationen auf Amrum, Föhr und Sylt – der logistische Aufwand ist enorm.

von
erstellt am 14.Aug.2015 | 11:51 Uhr

Insel-Hopping in der Extrem-Variante: Beim Tri-Island-Triathlon, der am kommenden Sonntag stattfindet, werden knapp 400 Sportler auf Amrum, Föhr und Sylt schwimmen, Rad fahren und laufen. Es soll der erste Triathlon weltweit sein, bei dem sich die Teilnehmer nacheinander auf drei Inseln verausgaben.

Organisiert wird die Sportsause vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull. Dort gibt man sich recht optimistisch, dass die Veranstaltung erfolgreich verlaufen wird – trotz aller Widrigkeiten, die die verschiedenen Insel-Standorte mit sich bringen. „Wir veranstalten diesen Triathlon zum ersten Mal, da weiß man natürlich erst am Ende des Tages, ob unsere Pläne wirklich funktionieren“, sagte der sportliche Leiter des Events, Daniel Unger, gegenüber dem sh:z. „Auf jeden Fall haben wir für alle Eventualitäten einen Plan-B vorbereitet“, verspricht der ehemalige Triathlon-Weltmeister.

Das Besondere an diesem Sportevent ist neben den sportlichen Herausforderungen, vor die die Teilnehmer unter anderem beim Schwimmen in der Nordsee gestellt werden, auch der logistische Aufwand für den Veranstalter: Sie müssen dafür sorgen, dass die Sportler ihr nötiges Equipment für die verschiedenen Disziplinen auf den drei Inseln vorfinden.

Am Sonnabendnachmittag geben die Sportler ihre Fahrräder in Dagebüll ab und erhalten ihre Startnummern. Bei den 388 Teilnehmern handele es sich sowohl um Hobby-Triathleten als auch um sehr trainierte Leistungssportler. Sonntag wird die Truppe, die viele Männer aber auch ein paar Frauen umfasst, mit der Fähre nach Amrum gebracht, um 14 Uhr startet der Triathlon dort an der Nordspitze. Von dort aus müssen die Männer und Frauen rund 2,5 Kilometer nach Föhr schwimmen (siehe Karte, blaue Linien). Auch wenn die Distanz nicht lang klingt und einzelne Strecken im Wasser sogar laufend überwunden werden können: Die Strömung in der Nordsee ist hier normalerweise recht stark, käme noch Ostwind und starker Wellengang hinzu, könnte es gerade für die Amateur-Teilnehmer zur Herausforderung werden, weiß Unger.

Von Amrum auf schwimmen die Triathleten nach Föhr (blaue Linie). Auf Amrum fahren sie Fahrrad (rote Linie), ehe sie per Fähre nach Sylt übersetzen und dort laufen.

Von Amrum auf schwimmen die Triathleten nach Föhr (blaue Linie). Auf Amrum fahren sie Fahrrad (rote Linie), ehe sie per Fähre nach Sylt übersetzen und dort laufen.

 

Brar Nissen, DLRG-Vorsitzender der Insel Föhr, kann ein Lied von diesen Strömungen singen: Allein in diesem Jahr haben er und seine Leute hier schon drei abgetriebene Schwimmer aus dem Wasser gezogen. Um die Triathleten sorgt er sich allerdings nicht: Für einen Probelauf des Events hätten zwei seiner Rettungsschwimmer die Strecke testweise durchschwommen: „Die haben das ganz entspannt geschafft“. Zudem würden die Schwimmer rund eineinhalb Stunden vor Hochwasser ins Meer rennen – zu diesem Zeitpunkt sei die Strömung am geringsten, weiß Nissen.

Gemeinsam mit 60 weiteren DLRG-Mitgliedern werden die zehn Föhrer Rettungsschwimmer am Sonntag auf dem Wasser sein, um den Schwimmkorridor für die Triathleten zu sichern. Für die Teilnehmer hat Nissen als Ortskundiger noch einen Tipp: „Kurz vor der Föhrer Küste kommt noch ein Priel, der einen ziemlichen Zug hat.“ Am Anfang sollten sich die Sportler also nicht zu sehr verausgaben. Je nach Fitness-Level werden die Schwimmer mehr oder weniger abgetrieben und kommen dementsprechend weiter nördlich oder südlich auf Föhr an.

Wenn sie das sichere Ufer erreicht haben, müssen die Sportler eine kleine Laufstrecke am Strand zurücklegen (hellblaue Linie). Beim Inselort Uetersum erwarten sie dann nach Startnummern sortiert ihre Räder. Die sollen in der Zwischenzeit in 45-Tonnern und per Fähre auf die Insel gefahren worden seien. Dass dieser Transport chaosfrei über die Bühne geht, da ist man sich bei Red Bull sicher: Schließlich seien bei dem Event insgesamt 240 Helfer im Einsatz, die den reibungslosen Ablauf garantieren sollen.

Nachdem sie in zwei Runden insgesamt 40 Kilometer auf Föhr geradelt sind, kommt das, was Red Bull den „natürlichen Knock-Out-Modus“ nennt und was den einen oder anderen Sportler fluchend am Uetersumer Ufer zurücklassen wird: Die Sportler sollen immer in Zwölfer-Gruppen in insgesamt 15 Booten über die Nordsee nach Hörnum auf Sylt gefahren werden.

Das geht allerdings nur bis knapp drei Stunden nach dem Start, dann verhindert die Tide, dass weitere Überfahrten möglich sind. Wer zu langsam ist, muss also zwangsweise aufgeben und wird zum Wyker Hafen gefahren. Dieser „Knock-Out-Modus“, findet der sportliche Leiter Unger, „macht für mich auch die Besonderheit und den Reiz dieses Triathlons aus“.

Und auch bei den schnellen Radlern ist Taktieren angesagt: Wer als Dreizehnter ans Ufer kommt, muss erst einmal auf das nächste Schiff warten und wird von mindestens elf Konkurrenten eingeholt. Wer es wirklich bis nach Hörnum geschafft hat, den erwartet noch eine rund elf Kilometer lange Laufstrecke, drei davon müssen am Strand zurückgelegt werden (gelbe Linie).

Knapp drei Stunden nach dem Startschuss auf Föhr erwarten die Veranstalter die ersten Triathleten im Ziel – so denn alles klappt. DLRG-Mann Nissen zumindest ist vom Veranstalter überzeugt: „Mir scheint, die haben das richtig sauber durchgeplant.“ Und auch Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen freut sich auf die Sportsause: „Ist doch einfach mal was anderes auf unseren Inseln.“

 

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