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Als Auszubildende im Männerjob

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erstellt am 29.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Amberg | Allein unter Männern: Johanna Burger kennt das gut. Die langen, blonden Haare hat sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Ihr Gesicht ist dezent geschminkt, die Nägel sind farblos lackiert. Das erkennt man sogar durch das Motorenöl hindurch, das an ihren Händen klebt. Sie trägt einen Blaumann und einen dicken, ausgewaschenen Kapuzenpulli darüber. Burger arbeitet als Kfz-Mechatronikerin. In der Werkstatt ist sie die einzige Frau unter 20 Männern.

Von 61 713 jungen Menschen in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker waren 2011 nur 663 Frauen. Das geht aus den Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. In anderen typischen Männerberufen sieht es ähnlich aus: Unter den 3999 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für Maurer waren 30 Frauen, und bei den Zimmermännern waren von 6939 Azubis nur 99 weiblich. "Speziell die Handwerksberufe sind und bleiben eine Männerdomäne", sagt Susanne Walter vom BIBB.

Johanna Burger hatte zunächst Schwierigkeiten, überhaupt einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatronikerin zu finden. "Mich hat niemand genommen", sagt sie. Viele Betriebe hätten Bedenken gehabt, einen weiblichen Azubi auszusuchen. Burger gab deshalb zunächst klein bei und lernte Arzthelferin. Ein Jahr lang arbeitete sie in dem Beruf. "Aber das wollte ich nicht mein Leben lang machen", sagt sie. Also fing sie mit 21 Jahren ein weiteres Mal an, Bewerbungen zu schreiben. Kfz-Mechatronikerin war ihr Traumberuf.

Sie bekam schließlich einen Ausbildungsplatz in Amberg, etwa 50 Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernt. "Alle waren sehr aufgeschlossen und haben mich von Anfang an akzeptiert", sagt sie. Das bestätigt auch ihr Ausbildungsleiter Markus Beer, in dessen Team Johanna einen Teil ihrer Ausbildung machte. "Wenn jemand seine Arbeit kann, macht es keinen Unterschied, ob da ein junger Mann oder eine junge Frau vor mir steht", sagt er.

Burger versucht allerdings auch, ihren männlichen Kollegen keine Steilvorlagen zu liefern. Das gilt zum Beispiel beim Reifenschleppen im Frühjahr und Herbst, das körperlich anstrengend ist. Da fragt sie niemanden, ob er ihr hilft: "Lieber beiße ich die Zähne zusammen."

Männliche Teams profitierten ungemein, wenn eine Frau dazu komme. Sie veränderten etwa den Umgangston. Aber auch aus wirtschaftlichen Gründen sollten Betriebe sich öffnen, sagt Walter.

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