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Überfälle auf Millionäre : „Albtraum-Bande“ schlägt wieder zu

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum dritten Mal in diesem Jahr überfallen Räuber Millionäre im Schlaf. Die Kriminalpolizei scheint ratlos.

Kiel/Weddingstedt | Maskierte Männer, die nachts neben den Betten stehen, bewaffnet mit Messern oder Schusswaffen: Seit fünf Jahren jagt die Kieler Kripo die „Albtraum-Bande“ – ohne den Spuk beenden zu können. Jetzt haben die Täter erneut zugeschlagen, zum dritten Mal in diesem Jahr.

Es traf den „SMS-Millionär“ Mark E. (66, Name geändert), der Ende der 90er Jahre Programme schrieb, die es Mobilfunk-Betreibern erlaubten, Kurznachrichten zwischen ihren Netzen zu verschicken. Seit 2010 lebt er mit seiner Ehefrau in Weddingstedt (Kreis Dithmarschen). Erst gestern hat die Kieler Staatsanwaltschaft Details zu dem Überfall Mitte August bekannt gegeben. Über die Terrassentür sollen die beiden Täter gegen 2 Uhr in die Villa eingedrungen sein und das Ehepaar aus den Betten gezerrt haben. Oberstaatsanwältin Birgit Heß: „Während die Frau von einem der Täter bedroht wurde, musste der Mann die Wertsachen herausgeben.“ Ein Komplize soll draußen Schmiere gestanden haben. Die Männer mit osteuropäischem Akzent flüchteten nach einer Stunde mit Bargeld und Schmuck.

Ziel der „Albtraum-Bande“ sind nur wohlhabende Menschen, und bis auf einen Fall hatten tatsächlich alle größere Summen Bargeld im Haus. Die Ermittler sind sich sicher, dass die Täter ihre Opfer auskundschaften. So soll das Weddingstedter Paar keine Hunde gehabt haben, um das Anwesen zu sichern. Sehr wahrscheinlich wusste das auch die „Albtraum-Bande“. Die Ermittler hoffen nun, dass Anwohnern die Täter (unter 50 Jahre und 1,70 bis 1,75 Meter groß) Wochen oder auch Monate vor der Tat aufgefallen sind.

„Beim Überfall selbst werden die Hausbewohner gezielt aufgeweckt, gefesselt und in Angst versetzt, damit Verstecke verraten oder der Tresor geöffnet wird“, sagte Heß. Dabei gingen die Täter sehr professionell vor, hinterließen kaum Spuren. Die Serie der Bande, zu der Ermittler mindesten sieben Taten zählen, hatte 2010 begonnen. Die Tatorte lagen vorwiegend im Kreis Segeberg. Nun aber scheinen die Männer ihren Aktionsradius auszuweiten. Die Ermittler sind außerdem in Sorge, weil sich die Abstände zwischen den Verbrechen immer mehr verkürzen. Wie die Bande ihre Opfer, die meist sehr zurückgezogen leben, ausfindig macht, ist noch völlig unklar.

Um die Umgebung der Weddingstedter Villa nach Spuren abzusuchen, rückten Mittwoch 50 Polizisten an. Spezialisten für Bandenkriminalität bei der Bezirkskriminalinspektion Kiel ermitteln.

Für Hinweise im Fall Weddingstedt sind 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Ein Opfer der „Albtraum-Bande“ aus Rickling lobte den gleichen Betrag aus. Gemeinsam mit der Summe der Staatsanwaltschaft beläuft sich die Belohnung damit auf 22.500 Euro.

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erstellt am 05.Sep.2015 | 07:00 Uhr

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