Ehrenbürger Adolf Hitler : Albersdorf will Nazi-Auszeichnung loswerden

Im März 1933 ist Adolf Hitler von der Albersdorfer Bauerschaft zum Ehrenbürger ernannt worden. Eine Auszeichnung, die ihm nie aberkannt wurde.

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19. September 2009, 09:31 Uhr

Albersdorf | Im März 1933 ist Adolf Hitler von der Albersdorfer Bauerschaft zum Ehrenbürger ernannt worden. In der damaligen Zeit kein Einzelfall. Erstaunlich ist allerdings, dass ihm diese Auszeichnung bis heute nicht aberkannt wurde. Das soll sich nun ändern. Bürgermeister Peter Mucke hat das Thema für Montag auf die Tagesordnung der Gemeindevertretung gesetzt.
Erkennen die Ortspolitiker Adolf Hitler mehrheitlich die Ehrenbürgerschaft ab, wird es allerdings ein symbolischer Akt bleiben. Denn laut Gemeindeordnung kann einer gewürdigten Person die Ehrenbürgerschaft nur zu Lebzeiten entzogen werden. Juristisch gesehen ist Hitler schon seit seinem Tod am 30. April 1945 nicht mehr Ehrenbürger der Gemeinde.
Mit der geplanten Ab erkennung möchte sich Mucke von der damals gefällten Entscheidung distanzieren. Auf die zweifelhafte Ehrenbürgerschaft wurde jedoch nicht der Bürgermeister aufmerksam, sondern die gebürtige Polin Romana Sondhi-Jens aus Frankfurt am Main. Die 48-Jährige hat Freunde in Albersdorf und war schon häufig zu Besuch im Luftkurort. "Ich hörte von der braunen Vergangenheit der Gemeinde und habe angefangen, in historischen Büchern darüber zu lesen." In Otto Nottelmanns "Albersdorf - Vom Stahlbad zum Luftkurort" stieß sie auf einen Eintrag, der sie zusammenzucken ließ: "1933, Reichskanzler Adolf Hitler durch Gemeinderatsbeschluss Ehrenbürger von Albersdorf." Die engagierte Frau rief daraufhin Peter Mucke an, erzählte von ihrer Entdeckung und brachte den Stein ins Rollen.

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