"Frühstück bei Stefanie" : Abschied von Stefanie: "Wir haben geweint"

Abschied von Steffi: Frühstücks-Erfinder, Autor und Sprecher Harald Wehmeier (re.) und sein Partner Andreas Altenburg.  Foto: dpa
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Abschied von Steffi: Frühstücks-Erfinder, Autor und Sprecher Harald Wehmeier (re.) und sein Partner Andreas Altenburg. Foto: dpa

Bei der letzten Folge der Radio-Kult-Sendung "Frühstück bei Stefanie" gab es Mettbrötchen, Tränen und ein Happyend.

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16. Juni 2013, 07:35 Uhr

Hamburg | Zu Steffis Henkersmahlzeit gab’s frische Mettbrötchen und heißen Kaffee. Vor allem aber viele, viele feuchte Blicke. Bei der letzten Folge der Radio-Comedy "Frühstück bei Stefanie" trieb gestern nicht nur der Humor den Anwesenden im Hamburger NDR-Funkhaus Tränen in die Augen. Trennungsschmerz lag über Deutschlands bekanntestem Schlemmerbistro. "Wir haben geweint", gestand ein ganz und gar nicht amüsierter Frühstücks-Erfinder, Autor und Sprecher Harald Wehmeier. Sein kongenialer Partner Andreas Altenburg nickte stumm.

Aber: Es is’ ja, wie es is’. Und eigentlich tut es auch nichts zur Sache. 200 Fans jedenfalls machten dem Duo und sich selbst den Abschied gestern Morgen ein wenig leichter. Mit Perücken, selbstgemalten Plakaten und Jubelstürmen feierten die Anhänger ihre Helden Steffi, Herrn Ahlers, Udo und Opa Gehrke, als das XXL-Finale im "NDR 2-Morgen" um 7.17 Uhr über den Äther ging.

Was gibt’s Neues in der letzten von 1066 Folgen? Ein Happyend ganz nach dem Geschmack der rührseligen Lokalchefin. Vor dem Standesbeamten verschmäht Steffi ihren Spießer-Bräutigam Volker und entscheidet sich für ihre windbeutelige Jugendliebe "Porky", gesprochen von Olli Dittrich. Finanziell kein Problem für die naiv-lebenskluge Wirtin - dank Hochzeitsrücktrittsversicherung. Das kannst hab’m.

Beim anschließenden Foto- und Autogramm-Marathon im Fanpulk immer wieder die eine Frage an die beiden Protagonisten: Warum nur einen herrlich norddeutschen Morgen-Snack dieser Güte einfach abräumen? "Ich will gehen, bevor die Ersten sagen ,Ihr ward schon mal besser", so Wehmeier, der "Georch" Ahlers und Opa Gehrke die Stimme lieh. Leichtfüßige Komik ist eben schwere Arbeit und selbst für geborene Quatschköpfe nicht ewig machbar. Mit 60 Jahren wolle er den täglichen Kreativstress nicht mehr, gesteht Wehmeier ganz ernsthaft. "Ich will jetzt in Ruhe verrückt werden." Als freier Autor mache er aber weiter.

Wie andere Seriensüchtige muss auch Intendant Lutz Marmor den Verlust noch verarbeiten. Steffis Ende sei für den NDR deutlich schlimmer als der Abschied von "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow, sinniert der Senderchef. Da ist was dran. Bei tagtäglich 1,5 Millionen Zuhörern wuchs "Frühstück bei Stefanie" zur erfolgreichsten Radio-Comedy in Deutschland. 2011 gab es den Deutschen Radiopreis.

Wie eine solche Lücke jemals füllen? Andreas Altenburg (spricht Steffi und Udo) bleibt dem NDR treu. Aber die Bistro-Bissigkeiten ohne seinen "Mentor und Lehrer Harry" weitertreiben? Das mag der 43-Jährige nicht. Im Funkhaus heißt es beruhigend, man arbeite an einem neuen Comedy-Format mit Altenburg.

Hardcore-Fans müssen sich einstweilen mit all den geflügelten Worten aus der Serie à la "Allein schon" trösten. Und mit all den CDs und Kaffeebechern. NDR 2 hilft beim Entzug und serviert ab 5. August nochmals die besten Folgen aus fast fünf Jahren allerfeinster Radio-Comedy.

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