Helga Klindt : Abschied von der "Staatsfrau des ländlichen Raumes"

Wechsel: Landwirtschaftskammer-Präsident Claus Heller mit Helga Klindt (r.) und dem neuen Vorstandsmitglied Marga Trede (l.).
Wechsel: Landwirtschaftskammer-Präsident Claus Heller mit Helga Klindt (r.) und dem neuen Vorstandsmitglied Marga Trede (l.).

Die Landwirtschaftskammer ehrt Helga Klindt, Ex-Präsidentin des Landfrauenverbandes. Unterdessen rückt ihre Nachfolgerin, Marga Trede, in den Vorstand der Kammer auf.

shz.de von
17. Februar 2011, 11:27 Uhr

Rendsburg | Nur wenige Wochen nach dem Ausscheiden der ehemaligen Präsidentin des Landfrauenverbandes, Helga Klindt, aus dem Vorstand der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ist das Gremium wieder vollständig. In einer außerordentlichen Hauptversammlung in Rendsburg wurde gestern Marga Trede, Klindts Nachfolgerin, an der Spitze der Landfrauen, in den Vorstand gewählt. Damit stellen die Landfrauen weiter die einzige Frau in dem zehnköpfigen Gremium.
Die Nachwahl war nötig geworden, weil Helga Klindt Ende 2010 nach 30 Jahren Kammerarbeit ihre Ämter in der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung niedergelegt hatte. Laut Satzung hätte die Neubesetzung ihres Postens auch bis Dezember warten können. "Aber eine einjährige Vakanz hielt ich nicht für vertretbar", sagte Präsident Claus Heller. Es sei wichtig, den Vorstand möglichst schnell wieder zu vervollständigen.
"Nur wer sich einbringt, kann auch mitgestalten"
Schnell ging dann auch die Wahl Tredes von statten: Einstimmig votierten die Mitglieder der Landwirtschaftskammer für den Wechsel der 54-Jährigen aus Bokel (Kreis Pinneberg) in den Vorstand. Was sie dort beschäftigen wird? "Vor allem der Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern", sagt sie. "Denn viele Verbraucher - gerade junge Menschen - wissen nur wenig über unsere Arbeit."
Anknüpfen will Trede an die Arbeit ihrer Vorgängerin Klindt. Die hat fast die Hälfte ihres Lebens in der Kammer mitgewirkt und sich währenddessen stets für die Präsenz der Frauen in der Landwirtschaft stark gemacht, angetrieben von ihrem Motto: "Nur wer sich einbringt, kann auch mitgestalten." Dafür wurde die 66-jährige Passaderin (Kreis Plön) zum Abschied vom Präsidenten mit der goldenen Nadel der Landwirtschaftskammer geehrt. "Die Reduzierung auf Kinder, Küche und Kirche war ihr ein Gräuel, ihre Balance von Familie, Betrieb und Ehrenamt ist ein Erfolgsmodell", sagte Heller. Die Kammer verliere mit Klindt eine von allen Seiten anerkannte Mitstreiterin.
Bauernverbandschef Werner Schwarz würdigte sie gar als "Elder Stateswoman des ländlichen Raumes" - in Anlehnung an die Bezeichnung verdienter Politiker a.D. Was nicht heißen soll, dass es in Zukunft völlig still um Helga Klindt wird: Als Vorsitzende der Akademie für ländliche Räume bleibt sie für selbige Regionen aktiv.

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