Erste Hilfe : Ab ins Glas - Rettung für Schüler-Zähne

In der Lösung überleben die Zähne bis zu 48 Stunden. Foto: dpa
In der Lösung überleben die Zähne bis zu 48 Stunden. Foto: dpa

Jedes zweite Kind verletzt sich vor dem 16. Lebensjahr an den Zähnen. Jetzt soll eine neue Rettungsbox die Erstversorgung an Schulen erleichtern.

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20. Mai 2011, 08:16 Uhr

Kiel | Ob an der Bushaltestelle, auf dem Schulhof oder im Sportunterricht - es passiert immer wieder, statistisch gesehen an jedem Tag mindestens drei Mal: Ein Sturz, ein Sprung, ein Gerangel - und plötzlich fehlt ein Zahn. Die Folgen sind nicht nur schmerzhaft, sondern häufig auch teuer.
Zahnärztekammer und Technikerkrankenkasse in Schleswig-Holstein wollen dem nun begegnen und Kindern das "lückenlose" Lachen erhalten. Bis zu den Sommerferien sollen alle Schulen landesweit mit einer Zahnrettungsbox ausgestattet werden.
Nach einem Unfall muss schnell gehandelt werden
Denn ein verlorener oder abgebrochener Zahn muss nicht aufgegeben und durch ein teures Implantat ersetzt werden. Voraussetzung: Nach einem Unfall muss rechtzeitig und vor allem richtig gehandelt werden. Die Zahnrettungsbox enthält eine Nährstofflösung, mit der ein ausgeschlagenes Beißerchen oder ein Bruchstück gerettet werden können, sagte der Vizepräsident der Zahnärztekammer, Michael Brandt.
Wichtig dabei: Der Zahn darf nicht gereinigt werden. Das übernimmt der Zahnarzt, der das gute Stück möglichst zügig wieder wieder einbauen muss. In der Flüssigkeit können Gewebe und Zahn bis zu 48 Stunden überleben.
"Das ist gut angelegtes Geld"
Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP), Schirmherr der Aktion, zeigte sich überzeugt von dem Konzept. Mit geringem Aufwand werde "Großartiges" geleistet. 15 bis 20 Euro kostet die Zahnrettungsbox in der Apotheke; bis ein verlorener Zahn durch ein Implantat samt Krone ersetzt sei, könnten leicht Kosten von bis zu 2000 Euro entstehen, sagte Brandt. Und Sinn macht ein Implantat zudem erst nach Ende der Wachstumsphase; bis dahin wächst der Kiefer mit.
10.000 Euro macht die Techniker-Krankenkasse für die "Operation Zahnrettung" locker. Gut angelegtes Geld, glaubt der Leiter der TKK-Landesvertretung Johann Brunkhorst, dessen Kasse 70.000 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren versichert. Jedes zweite Kind verletzt sich bis zum 16. Lebensjahr an einem Zahn. Profitieren von der Aktion sollen aber natürlich alle Schulkinder. Mindestens drei Jahre lang soll die Notration zunächst reichen. Dass sie sich auszahlt, gilt als ausgemachte Sache.
(höv, shz)

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