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Großenaspe : A7 nach Lkw-Unfall stundenlang gesperrt

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Erst kracht ein Lkw in einen Schwertransporter, der auf dem Standstreifen steht. Dann platzt ein Tank und Diesel verschmiert die A7. Die Folge: Vollsperrung im Morgengrauen bei Großenaspe.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 08:23 Uhr

GROSSENASPE | Großeinsatz der Feuerwehr mit Bindemittel, Besen und Kehrmaschinen: Die Autobahn 7 musste heute früh ab 4.30 Uhr in Richtung Norden voll gesperrt werden, nachdem bei einem schweren Lkw-Unfall große Mengen Dieselkraftstoff auf die Fahrbahn gelaufen waren.

Eine Sattelzugmaschine war zwischen den Abfahrten Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) und Großenaspe auf einen Schwertransporter aufgefahren, der wegen einer Panne auf dem Seitenstreifen stand. Dabei wurde der Fahrer (48) verletzt. Er musste nach Neumünster ins Krankenhaus gebracht werden. Das Führerhaus seines Lkw wurde völlig zertrümmert, ein Dieseltank riss aus der Verankerung und platzte auf.

Innerhalb von kurzer Zeit ergossen sich rund 1000 Liter Diesel auf den mit Trümmerteilen übersäten Asphalt. Weil der Verkehr zunächst auf dem Überholfahrstreifen weiterfloss, wurde der Kraftstoff auf etwa 500 Metern Länge als hochgefährlicher Schmierfilm verteilt. Als der erste Streifenwagen der Autobahnpolizei vor Ort war, richteten die Beamten sofort eine Vollsperrung ein. Der Verkehr staute sich schnell auf mehreren Kilometern zurück. Ab Bad Bramstedt wurde die Blechlawine auf die Bundesstraße abgeleitet. Die Sperrung dauerte länger als fünf Stunden – und sorgte zwischenzeitlich für starke Verkehrsprobleme. Um 8.24 Uhr teilte Polizeisprecher Sönke Hinrichs mit: „Der Verkehr in Richtung Norden staut sich moderat auf etwa drei Kilometern Länge.“ In Bad Bramstedt müssen alle die A7 verlassen.

Die Feuerwehr Bad Bramstedt rückte an, um die Dieselverschmutzung zu beseitigen. Schon bald mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass ihr Vorrat an Bindemittel wohl nicht ausreichen würde. Deshalb wurde noch Verstärkung aus Kaltenkirchen angefordert. Insgesamt wurden 60 Säcke mit Bindemittel ausgebracht. Dann griffen rund 20 Feuerwehrleute zum Besen, um mit einem knapp zweistündigen Kraftakt wenigstens einen Fahrstreifen wieder befahrbar zu machen. Bewährt hat sich dabei auch eine motorbetriebene Kehrmaschine der Wehr Kaltenkirchen. Mehr als drei Stunden nach der Kollision konnte der aufgestaute Verkehr schließlich die Unfallstelle passieren.

Die Autobahn blieb zunächst aber weiter gesperrt, weil der Asphalt noch einer aufwendigen chemischen Reinigung durch eine Spezialfirma unterzogen werden musste. Das Tankfahrzeug mit Chemikalien habe die Fahrbahn abgeschrubbt, den ausgelaufenen Diesel-Kraftstoff gebunden und wieder abgesaugt. „Da das Fahrzeug zwischendurch immer wieder geleert werden musste, dauerte die Reinigungsaktion so lange“. Gegen 11 Uhr gab die Polizei schließlich dann die zweite Spur frei.

Die Unfallursache steht noch nicht fest. „Es ist rätselhaft, warum der Sattelzug auf den mit Warnlampen voll beleuchteten Schwertransporter auf dem Standstreifen auffuhr“, sagte Polizeisprecher Hinrichs. Möglicherweise habe Übermüdung den Unfall morgens um 4.07 Uhr ausgelöst.

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