Vollsperrung der Rader Hochbrücke droht : A7 - Jetzt droht der Kollaps

Nadelöhr Rader Hochbrücke: Bereits gestern Abend staute sich der Verkehr Richtung Süden auf bis zu 15 Kilometern. Foto: Dewanger
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Nadelöhr Rader Hochbrücke: Bereits gestern Abend staute sich der Verkehr Richtung Süden auf bis zu 15 Kilometern. Foto: Dewanger

Keine Ersatzteile für die beschädigte Rader Hochbrücke: Es droht die Vollsperrung. Und das, während auf der Ausweichstrecke im Kanaltunnel auch gebaut wird.

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07. November 2011, 10:08 Uhr

Rendsburg | Sie ist die wichtigste Autobrücke des Landes - bis zu 66.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Rader Hochbrücke im Zuge der A7. Doch nun droht eine Vollsperrung und damit das Chaos.
Grund sind Schäden an den Brückenlagern und Ersatzteile, die erst Mitte November lieferbar sind. Bis dahin fließt der Verkehr über ein nur eingeschränkt belastbares Provisorium. Folge: Auf der Überführung sind derzeit höchstens 60 Stundenkilometer erlaubt. Da sich viele daran aber nicht halten, schließt die zuständige Behörde eine Stilllegung einzelner Fahrbahnen und notfalls der ganzen Brücke nicht mehr aus.
Ausgeschlagene Bolzen an den Fahrbahnübergängen
Die beschädigten Teile befinden sich dort, wo die Rampe endet und die eigentliche Brücke beginnt. An den so genannten Fahrbahnübergängen stellten Arbeiter vor Wochen ausgeschlagene Bolzen fest. Sie sind für den seitlichen Halt der Brücke wichtig. Beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat man Ersatz bestellt.
Die Bolzen werden bei einer Spezialfirma in Niedersachsen angefertigt und erst ab dem 14. November ausgeliefert, so Behördenleiter Matthias Paraknewitz. "Die zulässige Höchstgeschwindigkeit mussten wir reduzieren, damit die Schäden nicht noch stärker werden."
Eine Vollsperrung hätte fatale Folgen. Der als Ausweichstrecke dienende Kanaltunnel wird saniert, statt vier stehen nur zwei Spuren zur Verfügung.
"Vollsperrung wäre eine Katastrophe"
In Kiel sorgt die Nachricht für Unruhe. "Die Vollsperrung wäre eine Katastrophe", erklärte der Verkehrsexperte der CDU-Fraktion, Hans Jörn Arp. Er will nicht ausschließen, dass die Schäden "zu spät erkannt wurden".
Im Wirtschaftsministerium wäscht man sich die Hände in Unschuld. Auftraggeber für Kontrolle und Sanierung der Kanalbrücke sei der Bund, erklärte Sprecher Harald Haase.
Der Grünen-Verkehrsexperte Andreas Tietze spricht von einem "Super-Gau". Das Desaster um die Hochbrücke sei ein erneuter Beweis dafür , dass die Investitionen in die Instandhaltung von Brücken und Straßen nicht mehr mit dem zunehmenden Güterverkehr Schritt halten könnten.

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