Zusätzliche Spuren geplant : A7-Ausbau beschert uns Dauerbaustellen

Der ADAC rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses, befürwortet den Ausbau allerdings grundsätzlich. Foto: dapd
Der ADAC rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses, befürwortet den Ausbau allerdings grundsätzlich. Foto: dapd

Zusätzliche Spuren auf der A7 sollen den Verkehr im Norden entlasten. Start für den Ausbau ist voraussichtlich Anfang 2014.

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22. Juni 2012, 10:41 Uhr

Kiel/Hamburg | Für Autofahrer auf der A7 wird es erst schlimmer, bevor es besser werden kann: Der bevorstehende Ausbau der Autobahn in Schleswig-Holstein und Hamburg beschert dem Norden für mehrere Jahre Dauerbaustellen und Verkehrsbehinderungen. Voraussichtlich ab Anfang 2014 wird die A7 zunächst zwischen Bordesholmer Dreieck und dem Dreieck Nordwest in Hamburg von vier auf sechs Fahrspuren verbreitert. Bauzeit: rund vier Jahre. Die Kosten für die 65 Kilometer lange Strecke werden auf rund 500 Millionen Euro geschätzt.
Hauptverkehrsachse ist chronisch überlastet
Nötig wird der Ausbau wegen einer chronischen Überlastung der Hauptverkehrsachse nördlich von Hamburg. Auf der für 120.000 Fahrzeuge ausgelegten A7 bewegen sich im Hamburger Bereich täglich 152.000 Fahrzeuge. Auch weiter nördlich auf schleswig-holsteinischem Gebiet hat die Strecke mit täglich 50.000 Fahrzeugen die Grenze der Aufnahmefähigkeit erreicht.
Zwischen Bordesholm und Hamburg-Nordwest wird die A7 daher auf sechs Spuren erweitert, südlich anschließend bis zum Elbtunnel von sechs auf acht Spuren. Hinzu kommen drei Lärmdeckel in Hamburg. Die Arbeiten sind in sechs Abschnitte unterteilt, die nacheinander angegangen werden. Der Start erfolgt am Bordesholmer Dreieck. Gebaut wird "unter dem rollenden Rad".
Vollsperrungen nur in Ausnahmefällen
Laut der Projektgesellschaft Deges bleibt die A7 während der gesamten Bauzeit befahrbar, allerdings werden Fahrspuren gesperrt oder verengt. In den Bereichen gelten dann Tempolimits von 80 oder 60 km/h. Kurze Vollsperrungen soll es nur in Ausnahmefällen geben, etwa beim Abriss von Brücken. Der ADAC rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses, befürwortet den Ausbau allerdings grundsätzlich.
Knüppeldick wird es für Pendler kommen, wenn auch auf Hamburger Gebiet der Ausbau samt Deckelbau beginnt. Die Wirtschaftsbehörde hat den Beginn zuletzt um mindestens zwei Jahre auf 2014 oder später verschoben. Experten erwarten, dass sich die Gesamtmaßnahme von Bordesholm und Elbtunnel rund zehn Jahre hinziehen könnte.

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