Neumünster : 65-Jähriger stirbt bei Unfall auf A7

Unfall auf der A7: In Höhe Neumünster raste ein Autofahrer am Montag unter den Anhänger eines Lasters. Ein Mann starb, weitere Beteiligte wurden zum Teil schwer verletzt.

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05. Oktober 2011, 08:40 Uhr

Beklemmender Großeinsatz für die Helfer von Berufsfeuerwehr und Rettungsdienst am Montagmorgen auf der A7 Richtung Norden: Gegen 6 Uhr verlor der Fahrer (35) eines Mercedes aus dem Landkreis Friesland (Niedersachsen) kurz vor der Anschlussstelle Neumünster-Nord die Kontrolle über sein Fahrzeug und raste unter den Anhänger eines vorausfahrenden Lasters aus den Niederlanden. Der Aufprall war so stark, dass sein Beifahrer (65), der Halter des Fahrzeugs, eingeklemmt wurde. Er war sofort tot.
Nur Minuten später krachte ein Opel Vectra aus Hamburg in die Unfallstelle. Die drei Insassen im Alter von 32 bis 49 Jahren aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wurden schwer verletzt. Ein Mann, der mit seinem Auto auf dem Standstreifen angehalten hatte, um den Insassen des Mercedes zu helfen, konnte sich nur mit einem Sprung über die Leitplanke vor dem Vectra retten und verletzte sich dabei am Arm. Ein weiterer Helfer, der alles mit angesehen hatte, erlitt einen Schock. Neben fünf Rettungswagen, zwei Notärzten und dem Rüstzug der Berufsfeuerwehr waren auch zwei Notfallseelsorger vom Kriseninterventionsteam vor Ort.
Zufahrt zur Unfallstelle gestaltete sich für die Helfer schwierig
"Das war schon ein heftiger Einsatz. Als wir eintrafen, war die gesamte Straße durch die völlig zerstörten Autos und herumfliegende Wrackteile blockiert", sagte der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, Karl-Heinz Herrmann. Schon die Zufahrt zur Unfallstelle gestaltete sich für die Helfer schwierig. "Es bildete sich sofort ein kilometerlanger Rückstau, einige Autofahrer wendeten, eine Rettungsgasse gab es kaum", sagte Herrmann. Die Einsatzkräfte mussten den Toten mit einer Hydraulik-Schere aus dem Wrack schneiden. Der Mercedes-Fahrer konnte sich selbst befreien. Die Verletzten wurden ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus und in eine Klinik nach Kiel gebracht. Der Lkw-Fahrer (41) blieb unverletzt, wurde aber ebenfalls psychologisch betreut. "Wäre der Unfall ein paar Stunden später im dichteren Feiertagsverkehr passiert, wären die Folgen wohl noch gravierender gewesen", meinte Karl-Heinz Herrmann.
Warum der Mercedes unter den Anhänger geriet, war am Montag noch unklar. "Die Kieler Staatsanwaltschaft hat einen Sachverständigen beauftragt, der diese Frage klären soll", so Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Er schätzte den Sachschaden auf mehr als 100.000 Euro. Nach Angaben eines Sprechers der Autobahnpolizei gibt es zahlreiche Zeugen, die nun befragt werden. Der Abschluss der Untersuchung werde daher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Alkohol oder Drogen sollen keine Rolle spielen.
Bis 9.30 Uhr war die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Neumünster-Mitte und Neumünster-Nord voll gesperrt. Der Verkehr wurde durch die Stadt umgeleitet, es kam zu Behinderungen.

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