Flensburg : 65-Jähriger erstochen: Motiv Eifersucht?

Rettungsdienst und Notarzt konnten für den niedergestochenen Mann nichts mehr tun. Er starb noch in der Wohnung. Foto: Traunstein
Rettungsdienst und Notarzt konnten für den niedergestochenen Mann nichts mehr tun. Er starb noch in der Wohnung. Foto: Traunstein

In Flensburg ist ein Mann in einer Wohnung erstochen worden. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen. Er soll die Tat gestanden haben.

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14. Oktober 2011, 07:40 Uhr

Schreckliche Bluttat in der Neustadt. Am späten Dienstagabend kam es in einer Wohnung an der unteren Duburger Straße zu einem zunächst verbal ausgetragenen Streit. Mit einem tragischen Ende. Ein 49-jähriger Mann stach einen 16 Jahre älteren Flensburger mit einem Küchenmesser nieder. Das Opfer starb noch am Tatort. Der Haftrichter erließ am Mittwoch Nachmittag Haftbefehl wegen Mordes.
Nach Polizeiangaben entwickelte sich die Auseinandersetzung am Dienstag gegen 21.30 Uhr in der Wohnung des mutmaßlichen Täters. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft richtete sich der Stich mit einer 20 Zentimeter langen Klinge auf den Oberkörper des arglosen Opfers. Arglos, weil, so Leitender Oberstaatsanwalt Rüdiger Meienburg, der 65-Jährige mit dem Rücken zum Messerstecher saß. "Er wurde jedoch im vorderen Brustbereich getroffen." Für Meienburg ein klassischer Fall von Heimtücke.
Tatverdächtiger wurde noch in seiner Wohnung festgenommen
Drei Besucher - zwei Männer und eine Frau - wurden Zeugen der Tat. Sie alarmierten umgehend die Polizei. Doch für den Notarzt, der wie Beamte des 1. Polizeireviers schnell am Tatort eintraf, gab es nichts mehr zu retten. Der Flensburger war an seinen schweren Verletzungen verstorben. Der tiefe Stich in die linke Brustseite hatte unter anderem die Lunge getroffen.
Der Tatverdächtige aus Flensburg wurde noch in seiner Wohnung festgenommen. Spuren wurden gesichert, das Messer beschlagnahmt, Zeugen vernommen. Meienburg zufolge kam die Eskalation relativ überraschend. Denn die Auseinandersetzung schien wenig lautstark über die Bühne gegangen zu sein, es gab offenbar keine größeren Handgreiflichkeiten, keine Schlägerei. Die fünf Personen gehörten zu einem Kreis von guten Bekannten, es wurde gemeinsam gegessen und reichlich getrunken.
Der 49-Jährige war stark alkoholisiert
Plötzlich gab es Meinungsverschiedenheiten. "Der Streit schien bereinigt, die Situation beruhigt, als der Wohnungsinhaber unvermittelt aufstand, in die Küche ging und das Messer holte", sagt Rüdiger Meienburg. Das Opfer habe keine Chance gehabt, es sei arg- und wehrlos gewesen.
Die konkreten Umstände werden derzeit von der Mordkommission Flensburg ermittelt. Eine Obduktion ist bereits durchgeführt worden. Hier stehen aussagekräftige Ergebnisse genauso aus wie das Resultat der vor Ort gesicherten Blutprobe. Klar ist indes: Der 49-Jährige war stark alkoholisiert. "Aber er zeigte sich", so Meienburg, "zugänglich und ansprechbar." Für den Leiter der Staatsanwaltschaft ist er nicht schuldunfähig.Der Täter war sofort geständig. Er gibt zu, das Messer geführt zu haben, bestreitet jedoch jeden Tötungsvorsatz.
"Nichts gesehen, nichts gehört"
Nachbarn gaben sich am Mittwoch zugeknöpft. "Nichts gesehen, nichts gehört", hieß es. Einige Anwohner hatten von dem Vorfall in dem Gebäude mit dem auffällig orange gekachelten Eingangsbereich überhaupt noch nichts vernommen.
Allerdings gibt es Gerüchte, nach denen Eifersucht das tatauslösende Motiv gewesen sein könnte. Hatte das Opfer ein Verhältnis mit der Ehefrau des 49-Jährigen? Meienburg: "Das sind auch mir bekannte Vermutungen, für die es keine Bestätigung gibt."

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