Sohn zerstückelt : 63-Jähriger will Entschädigung für U-Haft

Der Landwirt Hans-Martin V. wurde von der Anklage des Mordes an seinem Sohn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Foto: dpa
Der Landwirt Hans-Martin V. wurde von der Anklage des Mordes an seinem Sohn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Foto: dpa

Er soll seinen Sohn zerstückelt und in eine Jauchegrube geworfen haben - Mord konnte dem Landwirt aber nicht nachgewiesen werden. Jetzt verlangt er eine Entschädigung für die Untersuchungshaft.

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25. Januar 2013, 09:13 Uhr

Sülfeld/Kiel | Der 63-jährige Schweinemäster Hans-Martin V. aus Sülfeld (Kreis Segeberg) legte gegen die Entscheidung des Schwurgerichts, ihm die Entschädigung zu verweigern, Beschwerde zum Oberlandesgericht in Schleswig ein. Das bestätigte der Sprecher des Kieler Landgerichts, Sebastian Brommann, am Mittwoch auf Anfrage.
Die 8. große Strafkammer hatte den Mann vergangenen Mittwoch nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" zwar freigesprochen. Die Richter lehnten aber eine Entschädigung für die Haftzeit ab, weil der Vater "durch sein Verhalten eine Strafverfolgung geradezu provoziert" habe. Der Mann hatte die Leiche seines Sohnes zerstückelt und in eine Jauchegrube geworfen.
Der Fall wird auch den Bundesgerichtshof beschäftigen, da die Nebenklage Revision einreichte. Die Kieler Staatsanwaltschaft verzichtete dagegen darauf. Man sehe keine Aussichten auf Erfolg, sagte Sprecher Michael Bimler.

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