Einkauszentrum Neumünster : 6:5 - Bauausschuss lehnt ECE-Center ab

Im Bau- und Planungsausschuss hat das geplante ECE-Center in Neumünsters Innenstadt keine Mehrheit gefunden. Foto: ECE
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Im Bau- und Planungsausschuss hat das geplante ECE-Center in Neumünsters Innenstadt keine Mehrheit gefunden. Foto: ECE

Keine Mehrheit für die Holsten-Galerie in Neumünsters Innenstadt: Der Bauausschuss stimmte dagegen. Für die testweise Sperrung des Großfleckens gab es aber eine Mehrheit.

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18. März 2013, 08:54 Uhr

Neumünster | Die Gegner des geplanten Einkaufszentrums in der Innenstadt machen ernst: Der Bau- und Planungsausschuss lehnte das Projekt am Donnerstagabend in einer mit Spannung erwarteten Vorentscheidung mit 6 zu 5 Stimmen ab. CDU und FDP stimmten für den städtebaulichen Vertrag. Thomas Krampfer (Grüne) und Jörn Seib (Bündnis für Bürger, BFB) stimmten dagegen, ebenso wie die geschlossene SPD-Riege. Alle vier SPD-Vertreter hielten sich an den Parteitagsbeschluss und stimmten damit zum Teil gegen ihre eigene Überzeugung. Sowohl Oliver Sundermann als auch Heidemarie Stephan hatten auf dem SPD-Parteitag vor einer Woche noch für das Einkaufscenter Stellung bezogen.

Mit ihrem Nein im Bauausschuss steigt jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt auch in der entscheidenden Ratsversammlung am Dienstag durchfällt. CDU (16 Sitze) und FDP (3) sind für das Einkaufscenter, SPD (15) und BFB (5) dagegen, die Grünen (4) gespalten. Rechnerisch stehen im Rat damit den 21 Befürwortern 22 Gegner gegenüber.

Erneute Anhörung von Experten gefordert

Nach den ausgiebigen Debatten der vergangenen Tage und mit Blick auf die Ratsversammlung wollte im Bauausschuss nur noch Jörn Seib inhaltlich über das Einkaufszentrum diskutieren. Seib, der für den abberufenen Dr. Heinrich Wadle in den Ausschuss nachgerückt war, forderte die erneute Anhörung von Experten, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Oliver Sundermann reagierte gereizt auf den Vorstoß des BFB-Mannes: Das Für und Wider sei breit diskutiert worden, irgendwann müsse auch eine Entscheidung fallen: "Sagen Sie doch einfach: Ich bin dagegen", riet er Seib.

Die Pläne zum Umbau des Bahnhofsvorplatzes vertagte der Ausschuss mit Blick auf die ausstehende Entscheidung über das Center. Dagegen rückt die testweise Sperrung des Großfleckens offenbar näher: Bei Enthaltung der SPD stimmte der Ausschuss mehrheitlich für den Verkehrsversuch. Um die Auswirkungen und die Akzeptanz einer Sperrung zu messen, will die Stadt den Platz in Höhe der Zufahrt zum Karstadt-Parkplatz versuchsweise für ein halbes Jahr sperren. Autofahrer könnten den Großflecken weiterhin von beiden Seiten bis auf einen etwa 30 Meter langen Abschnitt befahren, aber nicht mehr überqueren. Die Stadt erhofft sich eine Reduzierung des Verkehrs, weil laut einer Zählung gut die Hälfte der Autofahrer den Großflecken heute lediglich durchfährt. Anlieger protestierten in der Sitzung gegen die Sperrung. Sie befürchten, dass der Verkehr lediglich in ihre Wohnstraßen verdrängt wird.

Die probeweise Sperrung soll von montags bis sonnabends von 9 bis 18 Uhr gelten und von einer Befragung begleitet werden. Der von der SPD vorgeschlagene Bürgerentscheid zur Sperrung stieß im Ausschuss auf wenig Gegenliebe. Die Mehrheit folgte der Argumentation des Oberbürgermeisters, mit dem Versuch zunächst Erfahrungen zu sammeln. Die endgültige Entscheidung fällt der Rat.

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