Pfingstmontag : 53 Mal Mühlentag in SH und Hamburg

Die Windmühle Bergmühle in Flensburg.
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Die Windmühle Bergmühle in Flensburg.

Mühlen sind die ältesten Maschinen der Menschen. Am Pfingstmontag öffnen viele ihre Türen für Besucher. Die Torfwindmühle im Süderholmer Moor ist dieses Jahr nicht dabei.

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09. Juni 2014, 09:46 Uhr

Kiel | Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört der Pfingstmontag in ganz Deutschland traditionell den Mühlen. In Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligen sich 53 der rund 120 noch erhaltenen Wind-, Wasser- und anderen historischen Mühlen am 21. Deutschen Mühlentag. Besucher können die Zeugen einer vergangenen Technikepoche besichtigen und einen Einblick in das Mühlenhandwerk bekommen. Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat eine Schleswig-Holstein-Karte mit den geöffneten Windmühlen veröffentlicht.

In Hamburg macht unter anderem die Riepenburger Mühle mit - die größte und älteste Holländermühle der Hansestadt. Bis zum Nachmittag hätten rund 1000 Menschen die Mühle besucht, sagte Gudrun Cronauer vom dortigen Mühlenladen. Die Mühle steht im Stadtteil Kirchwerder und ist ein sogenannter zweistöckiger Galerieholländer mit Jalousieflügeln und Windrose. Seit 1318 wird hier mit Windkraft gemahlen. Die Riepenburger Mühle beherbergt neben einem Mahlwerk für Getreide auch Hamburgs kleinste Ölmühle. Dort werden bis heute auf traditionelle Art und Weise Speiseöle in Kleinstmengen hergestellt.

In Kappeln lockt die Windmühle Amanda mit einem windbetriebenen Sägegatter. Sie ist mit 24 Metern Kappenhöhe die höchste Windmühle Schleswig-Holsteins. Heute beherbergt sie ein Trauzimmer und die Tourist-Information. „Wir hatten bis zum Nachmittag bereits gut 500 Besucher“, sagte Harald Widera vom dortigen Mühlenverein. In Langballig steht eine wasserbetriebene Buttermühle, die im Inneren einer Meierei ein Drehbutterfass antreibt. Und nahe Wilster an der Bundesstraße 5 dreht sich die Schöpfmühle Honigfleth - Deutschlands einzige funktionsfähige Kokermühle. Mit einer hölzernen Schnecke wird sie bei der Entwässerung der Marsch genutzt.

Die Torfwindmühle im Süderholmer Moor bei Heide hat in diesem Jahr kurzfristig die Teilnahme am Mühlentag abgesagt. Der Grund ist ein Vogelpaar, das zurzeit in unmittelbarer Nähe seinen Nachwuchs ausbrütet und nicht gestört werden soll.

Mühlen sind die ältesten Maschinen der Menschen: Mit ihnen sei schon vor mehr als 2000 Jahren Getreide verarbeitet worden, sagt Erhard Jahn, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde (DGM). Die ersten Windmühlen in Deutschland gab es im 11. Jahrhundert. Mühlen sind jedoch nicht nur technische Denkmäler, sondern haben auch das Landschaftsbild über die Jahrhunderte entscheidend geprägt, sagt der Hobby-Historiker und Mühlenexperte Guido Weinberger aus Lübeck. „Selbst in einer modernen Großstadt wie Hamburg können bedeutende Teile des Stadtbildes auf die Geschichte der Mühlen zurückgeführt werden“, sagt er: „Außen- und Binnenalster sind nichts anderes als aufgestaute Mühlenteiche, und der berühmte Jungfernstieg ein ehemaliger Mühlendamm.“

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