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Lars Mittank : 500 Folgen „Aktenzeichen XY“: Die spektakulärsten Fälle aus Schleswig-Holstein

vom

In jeder Folge der Sendung „Aktenzeichen XY …ungelöst“ werden ungeklärte Verbrechen vorgestellt. Tragisches und Mysteriöses aus SH.

Am 14. Oktober bittet das ZDF zum 500. Mal um die Mithilfe seiner Zuschauer. Seit 1967 läuft die Fernsehsendung „Aktenzeichung XY …ungelöst“. Urheber und erster Moderator der Sendung war vor über 45 Jahren Eduard Zimmermann, seit 2002 moderiert Rudi Cerne. In jeder Folge stellt er drei bis sechs ungelöste Kriminalfälle vor. Das Fernsehpublikum erfährt polizeilich ermittelte Fakten, es sieht filmische Rekonstruktionen, Fotos, markante Gegenstände und Phantombilder. Durch Hinweise von Zuschauern werden durchschnittlich 40 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Fernsehmoderator Rudi Cerne moderiert seit 2002 „Aktenzeichen XY“ im ZDF.

Fernsehmoderator Rudi Cerne moderiert „Aktenzeichen XY“ im ZDF.

Foto: Christian Carisius, dpa

Viele der Fälle erregten im Laufe der Jahre Aufsehen. shz.de stellt sechs interessante, tragische und mysteriöse Fälle aus Schleswig-Holstein vor.

 

Mord an Manuela B.: Siebenjährige verschwindet am Gömnitzer Berg
Viel Aufsehen erregte der Fall Manuela B. aus Lübeck. Das siebenjährige Mädchen bricht am 09. September 1980 zur Schule auf und verschwindet. Manuela trägt einen auffälligen gelben Regenmantel. Der Schulweg dauert etwa 15 Minuten, unterwegs wird Manuela noch von Zeugen gesehen. Zwei Viertklässler vertreiben sich am Schultor die Zeit, aus Übermut verweigern sie einem kleinen Mädchen in gelbem Mantel den Zutritt zum Schulhof. Sie spricht auf der anderen Straßenseite mit einem Mann, dieser weist die Jungen zurecht und das Mädchen betritt den Schulhof. In ihrer Klasse kommt Manuela jedoch nie an.

Mittags erstatten die Eltern Vermisstenanzeige, Suchaktionen und Vermisstenplakate bleiben erfolglos.

Monate später, am 11. April 1981, finden junge Leute bei einer Umwelt-Säuberungs-Aktion Manuelas Schulranzen, kurz darauf entdeckt die Polizei auch die Leiche des Kindes. Das Mädchen ist nackt und mit einem Elektrokabel erdrosselt worden.
Als Täter wird im Jahr darauf ein junger Mann angeklagt, der in den 70er Jahren neben Manuelas Familie gewohnt hatte. Der anscheinend pädophil veranlagte Schiffskoch wird jedoch in einem Indizienprozess freigesprochen, da seine Schuld nicht vollständig bewiesen werden kann.

 

Mord an Herbert K.: Filialleiter kommt nicht an seinem Arbeitsplatz an
Am 10. September 1983 verschwindet der 34-jährige Herbert K. aus der Nähe von Stade. Am 29. November wird seine Leiche im Kreis Pinneberg gefunden. Das Motiv der Tat ist der zuständigen Kripo Itzehoe völlig unklar.
Der Familienvater, leidenschaftliche Angler und Filialleiter eines Supermarkts verschläft, am Samstagmorgen und verlässt um 6.15 Uhr eilig das Haus, um nach Hamburg-Stellingen zur Arbeit zu fahren. Er kommt dort nicht an. Gegen 8.30 Uhr tankt er in Hollern, er zahlt mit Tankscheck und trägt ein falsches Datum ein. Er ist in Eile und wirkt nervös. Seine Wagen fällt im Laufe des Tages noch öfter durch Falschparken und gefährliche Fahrmanöver auf.
Im November findet ein Landwirt Herbert K.s Leiche kopfüber in einem Abflussschacht. Er wurde mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Sein Toyota wird weitere zwei Monate später im Hafenbecken entdeckt. Auffällig ist außerdem, dass der Ermordete in den letzten 20 Monaten seines Lebens 30.000 Mark von seinen Ersparnissen ausgab, wofür? Der Fall bleibt ungeklärt.

 

Raubmord in Rendsburg: Täter lässt eine weiße Rose beim Opfer zurück
Agnes M. ist 79 Jahre alt, krank und gehbehindert, sie braucht Hilfe im Alltag. Am 8. Juni 1986 kommt eine Ersatz-Haushälterin zu ihr, die eigentliche ist im Urlaub. Die Haushälterin weiß, dass der Schlüssel für Arzt, Pfleger und Haushälterin unter der Fußmatte versteckt ist. Sie macht der alten Dame Frühstück, kümmert sich um den Haushalt und bereitet das Mittagessen vor. Sie geht gegen 11.45 Uhr wieder.

In der Nähe von Agnes M.s Wohnung liegt die Christkirche. Hier wird an diesem Tag ein Unbekannter beobachtet, der am Nachmittag eine weiße Rose am Kirchenportal abschneidet. Er steuert ohne Umwege auf Agnes M.s Haus zu. Die Frau wird mit einem Drosselwerkzeug und einem gezielten Messerstich getötet, die Haushälterin findet sie am nächsten Tag. Auch die Rose wird am Tatort gefunden. Aus Agnes M.s Wohnung fehlt Geld und ein Schrankschlüssel.
Der Fall wird später aufgeklärt, die Spuren werden mit neuen Methoden ausgewertet und ein 30-jähriger Mann wird festgenommen. Er wollte sich Geld beschaffen, um seine Drogensucht zu finanzieren. Die Bedeutung der weißen Rose ist weiterhin nicht bekannt.

 

Einbruch, Diebstahl, Vergewaltigung und Mordversuch: Einbrecher nistet sich in Wohnung ein
Am 01. Juli 1994 steigt ein Einbrecher in die Wohnung eines Wochenendpendlers ein. Er verbringt einen Großteil des Wochenendes dort, bedient sich an Lebensmitteln, benutzt das Bad, lässt schmutzige Wäsche zurück und nimmt saubere des Bewohners mit. Außerdem findet er „pikante“ Fotos der Ex-Freundin des Opfers und deren Adresse. Der Wohnungsinhaber bemerkt den Einbruch am Sonntagabend und zeigt ihn an. Als er allerdings am Montag zur Arbeit geht, kehrt der Einbrecher zurück. Er hatte beim ersten Besuch die Ersatzschlüssel gestohlen. Als der Eigentümer in der Mittagspause zurückkehrt, flieht der Täter durchs Fenster.

Der Einbrecher beobachtet das Haus, in dem die Ex-Freundin wohnt, eine andere Frau fällt ihm auf. Am Dienstag klingelt er bei ihr, als sie öffnet, überwältigt und fesselt er sie. Er vergewaltigt die Frau, stranguliert sie und sticht ihr mit einem Küchenmesser in den Hals. Das Opfer überlebt die Tat nur knapp.
Das Verbrechen wird zwei Jahre später durch Zufall aufgeklärt: Die Frau begegnet dem Täter auf einer Feier und verständigt die Polizei.

 

Täterpärchen verübt brutalen Raubüberfall auf Bollingstedter Rentner
In der Sendung vom 10.03.2010 wird ein Raubüberfall auf drei Bollingstedter Rentner besprochen. Das Ehepaar und der Bruder des Mannes leben in einem abgeschiedenen Haus. Dass ihre finanzielle Lage nicht schlecht ist, ist im Ort bekannt. Zur Tat führte das Gerücht, es sei viel Bargeld im Haus. Die Täter, ein Pärchen, stammen ebenfalls aus der Region, sie planten die Tat längerfristig. Am Abend des 12. Oktober klingeln die Täter am Haus der Opfer. Die Frau öffnet und die Täter fesseln ihre Opfer mit Kabelbindern. Sie bedrohen die Rentner mit Schusswaffen, schlagen und demütigen sie und verlangen Bargeld. Sie durchsuchen das Haus, finden aber kaum Geld und nehmen andere Gegenstände mit - unter anderem Jagdwaffen. Nach etwa einer Stunde fliehen sie.

Ein Jahr später wird das Pärchen in Hamburg gefasst, der Mann war in eine Polizeikontrolle geraten und in seinem Wagen fand die Polizei Diebesgut. Als die Wohnung des Paares durchsucht wird, findet die Polizei Fotos der in Bollingstedt gestohlenen Waffen. Die beiden Täter hatten ihre Drogensucht durch eine Einbruchsserie in Hamburg und Schleswig finanziert.

 

Mysteriöser Vermisstenfall: Lars Mittank aus Marne

So könnte der vermisste Lars Mittank mit Bart aussehen.
So könnte der vermisste Lars Mittank mit Bart aussehen. Foto: Screenshot www.findet-lars-mittank.de

Ein weiterer mysteriöser Fall ereignete sich erst letztes Jahr. Der 28-jährige Lars aus Marne verschwindet im Bulgarienurlaub. Am 02. Juni 2015 berichtet „Aktenzeichen XY …ungelöst“ über den Fall, 75 Hinweise gehen ein, doch der Fall konnte nicht geklärt werden.

Der junge Mann macht im Juli 2015 mit Freunden Urlaub im bulgarischen Varna am schwarzen Meer. Während des Urlaubs fällt seinen Freunden auf, dass Lars Mittank sehr wenig isst. Als seine Freunde sich eines Nachts nach dem gemeinsamen Fußballschauen etwas essen, wartet der junge Marner draußen. Die beiden anderen finden ihn in dieser Nacht nicht mehr. Am nächsten Morgen erzählt er, Fußballfans, mit denen er angeeckt sei, hätten jemanden bezahlt, um ihn zu schlagen. Er hat einen Schlag aufs Ohr bekommen, sein Trommelfell ist angerissen. Seine Freunde treten am 7. Juli den Rückweg an, ein Arzt hat Lars Mittank das Fliegen verboten, er bleibt zurück. Das Angebot seiner Freunde, bei ihm zu bleiben, lehnt er ab.

Weil Lars Mittank nicht operiert werden möchte, verschreibt der Arzt ihm ein Medikament. Der junge Mann nimmt sich ein günstiges Hotelzimmer, aber offensichtlich fühlt er sich dort nicht wohl. Er ruft nachts seine Mutter an und äußert, dass er sich nicht sicher fühlt und Angst um sein Leben hat. Er verlässt das Hotel mitten in der Nacht. Er ruft seine Mutter erneut an und sagt, er werde verfolgt und habe sich versteckt. Am nächsten Morgen fährt er zum Flughafen und will sich dort vom Flughafenarzt nochmals untersuchen lassen. Der Arzt beschreibt ihn später als unruhig. Als ein Flughafenmitarbeiter zur Tür hereinkommt, gerät Lars Mittank in Panik, er lässt alle seine Sachen dort und rennt davon. Erst vor dem Flughafen wird er langsamer, Zeugen beobachten, wie er über einen 2,5 Meter hohen Zaun klettert und das Flughafengelände verlässt. Seitdem fehlt jede Spur von dem Marner.

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erstellt am 13.Okt.2015 | 17:45 Uhr

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