Preissturz : 400 Krabben-Fischer fahren nicht mehr hinaus

Trockengefallen: Die Krabbenfischer an der Nordseeküste wollen nicht mehr hinausfahren, sollten die Preise für Nordseekrabben nicht steigen. Foto: dapd
Trockengefallen: Die Krabbenfischer an der Nordseeküste wollen nicht mehr hinausfahren, sollten die Preise für Nordseekrabben nicht steigen. Foto: dapd

Sie brauchen drei Euro, sollen aber nur einen Euro pro Kilogramm Nordseekrabben bekommen: Jetzt wollen die Krabbenfischer an der Nordsee erst einmal streiken.

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28. April 2011, 08:15 Uhr

Büsum | Als die mächtigen Großhändler vor Ostern durchsickern ließen, dass sie in dieser Woche nur noch einen Euro pro Kilogramm Nordseekrabben zahlen werden, da waren sich auf einmal alle 400 Krabbenfischer aus Deutschland, Holland, Belgien und Dänemark einig: "Wir fahren nicht mehr hinaus!" Der Fangstopp gilt, so Fischer-Vorsitzender André Hamann (38) aus Büsum, zunächst bis zum 9. Mai.
Das Überangebot an Krabben führt schon seit Wochen zu einem dramatischen Preisverfall, vor Ostern bekamen die Fischer nur noch 1,29 Euro pro Kilo. "Angesichts explodierender Treibstoffpreise müssen wir aber mindestens drei Euro haben", betont Hamann. Um dies zu erreichen, erwägen die Fischer jetzt massive Proteste, wollen notfalls die Zufahrten der deutschen Nordseehäfen blockieren. Dies kündigte der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft "Emsmündung", Gerold Conradi, gestern an. Wenn sich die Lage nicht bessere, stünden seiner Einschätzung nach ein Drittel der deutschen Krabbenfischer vor dem wirtschaftlichen Aus. Kommenden Freitag treffen sich die Kutterfischer zu einer Krisensitzung in Büsum. "Wir wollen beraten, mit welchen Maßnahmen und Aktionen wir gegen die Dumping-Preise der Großhändler protestieren."

(db, shz)

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