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Größtes Küstenschutzbauwerk Europas : 40 Jahre - Geburtstagsfete für das Eidersperrwerk

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Kein Küstenschutzbauwerk in Europa ist größer: Das Eidersperrwerk in Wesselburenerkoog stemmt sich gegen die Nordsee-Brandung. Sein Jubiläum wurde gefeiert.

Wesselburenerkoog | Das Eidersperrwerk schützt seit 40 Jahren Mensch und Tier vor Sturmfluten: Nun haben Tausende Besucher und die Wasser- und Schifffahrtsbehörde das runde Jubiläum mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert. Das Spektakel an Deutschlands größtem Küstenschutz-Bauwerk startete am Sonnabendmorgen mit Ausstellungen und Vorführungen. Eine "bunte Meile" habe zusätzlich zahlreiche Besucher angelockt, sagte Marco Bardenhagen vom Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning (WSA).
Anlass für den Bau des Bollwerks war die schwere Sturmflut von 1962 an der Nordseeküste. Als Reaktion legte die schleswig-holsteinische Landesregierung 1963 den sogenannten Generalplan Küstenschutz auf, der neben Deicherhöhungen auch die Abdämmung von Flussmündungen als wichtige Maßnahme festschrieb. Größtes Einzelprojekt war der Bau einer fünf Kilometer breiten Abdämmung mit einem Sturmflutsperrwerk mitten in der Bucht der Eider. Damit konnten auf einen Schlag rund 60 Kilometer zum Teil sehr alte Flussdeiche ersetzt werden. Der Grund: Die Eider liegt von der Mündung bis hinauf zur Schleuse Nordfeld im Einfluss von Ebbe und Flut. Um das fruchtbare Land entlang dieser sogenannten Tideeider vor den Auswirkungen der Gezeiten zu schützen, mussten bis dahin an den Ufern eigene Deiche errichtet und instand gehalten werden.
Der Bau des Eidersperrwerks startete 1967 und dauerte bis 1973. Besondere Probleme bereiteten den Ingenieuren die Strömungsverhältnisse in der Eidermündung. Hier strömen mit den Gezeiten zweimal am Tag 30 bis 40 Millionen Kubikmeter Nordsee- und Eiderwasser hin und her. Um diesen Kräften Stand zu halten, setzten sie das Bauwerk auf eine 80 Zentimeter dicke Stahlbetonplatte. Als Übergang zwischen der starren Sohle und dem freien Seeboden schütteten sie eine bis zu 30 Meter breite Fläche aus schwedischem Granit auf. Die Baukosten betrugen auf 171,5 Millionen Mark (heute rund 87 Millionen Euro).
Heute gilt das Sperrwerk als eines der größten Küstenschutzbauwerke Europas.

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erstellt am 12.Aug.2013 | 08:50 Uhr

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