Menschenhandel : 22 Iraker aus Schleuserbus befreit

Am Sonntagmittag haben Polizeibeamte auf der A7 einen Kleintransporter gestoppt. In ihm waren 22 Iraker eingepfercht - sie sollten offenbar nach Skandinavien geschleust werden.

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07. November 2007, 07:17 Uhr

Flucht vor dem Krieg und gute Asylbedingunen in Skandinavien - Menschentransporte durch Schleswig-Holstein nehmen zu. Immer öfter gehen den Fahndern diverse Schleuserbanden ins Netz. Am Sonntagmittag schlugen die Beamten von Polizei und Zoll auf der Autobahn 7 zu. Auf dem Rastplatz Hüttener Berge entdeckten sie in einem Ford Transit 22 Iraker - eine Frau mit drei Kindern und 18 Männer. Der türkische Fahrer des Kleintransporters wurde festgenommen. Ziel der Fahrt sollte nach erster Erkenntnis der Bundespolizei wohl Skandinavien sein. "Der Fahrer wird noch verhört. Die Flüchtlinge kommen in die Obhut der Ausländerbehörde und verbringen die Nacht in Neumünster", sagte Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei in Flensburg am Abend.
Schleswig-Holstein wird offenbar zum Transitland. Bis zu 10.000 Euro zahlt ein Iraker auf der Flucht gen Norden an illegale Schleuser. "Hier werden mit der Not der Flüchtlinge miese Geschäfte getrieben", sagt Bundespolizist Matthias Menge. "Die Bedingungen, unter denen die Flüchtlinge transportiert werden, sind oft menschenverachtend." Nicht selten werden sogar Kinder in fensterlose, stickige Kleintransporter gepfercht.

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