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Itzehoe : 16-Jähriger rettet Bootfahrer das Leben

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Sie tranken, sie fuhren Boot und sie kamen in Schwierigkeiten: Einer von zwei Bootfahrern überlebt nur wegen eines jugendlichen DLRG-Mitglieds.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 11:54 Uhr

Itzehoe | Eigentlich wollte der 16-jährige Enno Hafemeister am Montagabend nur eine Fahrradtour entlang der Stör machen. Doch dann sah er um 19.50 Uhr ein Motorboot auf Höhe der Delftorbrücke, das ihm seltsam erschien. "Der Bootsführer schrammte die Brücke und dann fiel mir auf, dass hinter dem Schiff eine Person im Wasser schwamm", erzählt der Schüler. Er ist Mitglied der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Und so war ihm nicht nur schnell klar, dass es sich um ein Unglück handelte, sondern dass auch sein Einsatz gefragt war. Denn er erkannte, dass "das Bewusstsein der Person auf dem Boot getrübt war". Kein Wunder, wie sich später herausstellte: Die Polizei stellte bei dem 60-jährigen Bootsführer einen Atemalkohol-Wert von 2,43 Promille.

Durch sein Wissen, das er sich bei seinem Hobby in der DLRG in Theorie und Praxis angeeignet hat, war es dem 16-Jährigen möglich, den Mann aus dem Wasser zu retten. "Er hat Danke gesagt und konnte nach wenigen Minuten auch wieder ein bisschen mit mir sprechen", erzählt Enno Hafemeister. Während sich der 64-Jährige vom ersten Schock erholte, bat sein Lebensretter Passanten darum, einen Notruf abzusetzen. Wenige Minuten später war der erste Streifenwagen vor Ort. Gemeinsam mit den Beamten wurde der Verunglückte die Böschung hoch gebracht und schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren.

Für Aussagen und zum Aufwärmen auf die Wache

Der Bootsführer und der Retter wurden dagegen zur Wache gebracht, um ihre Aussagen zu machen. "Dort klebte ich erst einmal zehn Minuten an der Heizung, um mich aufzuwärmen", erzählt der 16-Jährige. Inzwischen hat er sich längst von seinem mutigen Einsatz erholt. Einen Schrecken habe er nicht erlitten, sagt er. Aufgrund der guten Vorbereitung bei der DLRG habe er sofort gewusst, was zu tun ist. Für den 16-Jährigen war der Einsatz selbstverständlich. Auf den Hinweis, dass er ein echter Lebensretter sei, sagt er nur bescheiden: "Ja, wenn Sie es so nennen wollen."

Für den 60-jährigen Bootsführer wird das Ganze ein Nachspiel haben: Die Polizei fertigte eine Anzeige wegen des "Führens eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss". Wie es zu dem Unfall gekommen sei, könne er sich gar nicht erklären, sagte der Mann den Beamten. Sein Kumpel sei "einfach so vom Boot gefallen".

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