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In Mangelfächern und DaZ-Klassen : 150 pensionierte Lehrer unterrichten wieder in SH

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie helfen, den Unterrichtsaufall zu begrenzen oder geben Deutschunterricht für Flüchtlinge in sogenannten DaZ-Klassen.

Kiel | Niedersachsen hat soeben 17.000 pensionierte Lehrer angeschrieben und gefragt, ob sie sich nicht im Fremdsprachenunterricht für Flüchtlinge engagieren wollen. Schleswig-Holstein geht seit Längerem einen ähnlichen Weg und hat damit beachtlichen Erfolg. 150 Pensionäre sind im laufenden Jahr an die Schulen zurückgekehrt – ihre Zahl hat sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt.

Noch sind die meisten eingesetzt, um den Unterrichtsausfall vor allem in Mangelfächern wie Mathe und Physik an allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen zu begrenzen. Inzwischen fragt das Ministerium aber auch gezielt ab, ob Zusatzqualifikationen für das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) vorliegen. Diese Qualifikation ist nämlich derzeit heiß begehrt, weil immer mehr Flüchtlingskinder Deutsch lernen sollen und auf den Sprung in die regulären Schulklassen vorbreitet werden müssen.

Seit August bekommen ausscheidende Pädagogen mit ihrer Pensionsurkunde auch einen „Beipackzettel“ in die Hand gedrückt, mit der Bitte, sich zu melden, wenn sie noch Lust haben weiterzumachen. Die Bereitschaft zum Engagement ist beachtlich: „Wir haben inzwischen 290 Pensionäre in unserer Kartei. 30 haben die DaZ-Zusatzqualifikation“, berichtet gestern der Sprecher des Bildungsministeriums, Thomas Schunck.

Zusammen mit der CDU hatte die FDP noch zu eigenen Regierungszeiten 2012 dafür gesorgt, dass die Hinzuverdienstgrenzen für pensionierte Lehrer flexibler wurden und sich der verlängerte Einsatz im Klassenzimmer für die Senioren auch finanziell lohnte. Seitdem dürfen Lehrer im Ruhestand 4800 Euro im Jahr dazu verdienen, ohne dass der Betrag auf die Pension angerechnet wird. Eine Altersgrenze für Rückkehrer gibt es nicht.

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erstellt am 29.Okt.2015 | 11:17 Uhr

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