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Bad Segeberg : „Old Surehand“: Bei der Premiere der Karl-May-Spiele verliert Winnetou seine Stimme

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Eleganz wie sie Karl May in seinen Büchern beschrieben hat, ist wieder spürbar - trotz kleinerer Versprecher.

Bad Segeberg | Die berühmte Filmmusik von Martin Böttcher erklingt, Winnetou reitet auf seinem edlen Pferd in die Manege am Kalkberg ein, das Publikum jubelt. Der Apachenhäuptling spricht seine ersten Worte – doch für die Zuhörer bleibt er stumm. Grund: Das Mikrofon ist ausgefallen. Winnetou muss seinen Kollegen ganz dicht auf die Pelle rücken, um deren Tonverstärker zu nutzen. Doch relativ schnell ist ein Techniker zur Stelle, der Jan Sosniok als Winnetou-Darsteller wieder zu seiner starken Stimme verhilft.

Derlei Pannen passieren schon mal beim Open-Air-Theater wie den Karl-May-Spielen am Fuße des Segeberger Kalkfelsens. Bei der Premiere zu „Old Surehand“ am Wochenende gab es zudem lustige Versprecher. Die bildschöne Indianerin Weiße Feder (Sila Sahin) verwechselte die Titelfigur schon mal mit Old Shatterhand – Winnetous zweiter Blutsbruder jedoch ist bei diesem Stück gar nicht präsent.

Surehand zeigt sich seinen Anhängern wiederum in einer Eleganz, die schon Karl May in seinen Büchern beschrieben hat. Alexander Klaws spielt den Helden in bester Manier. Gleich ein Dutzend TV- und Theaterprofis haben die Karl-May-Spiele für die neue Saison verpflichtet. Zu den alten Haudegen gehören Joshy Peters als Old Wabble – er ist seit 1987 in Bad Segeberg dabei. Harald Wieczorek verbringt sogar schon das fünfte Jahrzehnt im holsteinischen Wilden Westen. Als Komanchenhäuptling Vupa Umugi stirbt er bereits in der ersten Szene, deshalb schlüpft Wieczorek später in eine zweite Rolle als verschrobener Westmann Dick Hammerdull.

Im Einsatz für die gute Sache des roten Mannes sind auch zwei Bussarde und ein Adlerweibchen – die Zuschauer im Stadionrund spüren förmlich ihren Flügelschlag. Flatterhaft gibt sich auch Sterne-Koch Francois (Patrick L. Schmitz), der mit seinen flotten Sprüchen an den quirligen Louis de Funes erinnert, wenn er den Gemeinen Lavendelpfeffer sucht. Den braucht er für sein Menu – denn Francois hilft mit, das Böse (verkörper durch Mathieu Carriere) zu vernichten. Am Ende sind die Schurken geschlagen, und Old Surehand kann seine geliebte Weiße Feder in die Arme nehmen.
 

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erstellt am 25.Jun.2017 | 18:12 Uhr

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