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Weiterbau der A20 : Ohne Naturschützer keine A20

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Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Meyer muss einen Kompromiss mit den Umweltverbänden finden – und eine neue Trasse für die Autobahn. Ein Kommentar von Henning Baethge.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2014 | 08:09 Uhr

Der Vorschlag von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer war ein bisschen kurios, aber auch ganz simpel: Einfach Tempo 60 auf der künftigen A20 bei Bad Segeberg vorschreiben  – dann würden die Fledermäuse dort schon ausreichend  vor dem Verkehr auf der umstrittenen neuen Autobahn geschützt. Und dann könnte der gerichtlich gestoppte Bau endlich weitergehen, ohne vorher erst noch zeitraubend eine ganz andere Trasse planen zu müssen. 

Doch so leicht wird Meyer sich nicht aus der Affäre ziehen können. Denn die Tierschützer, die gegen die Trasse geklagt haben, fühlen sich durch Meyers Vorstoß zur schnellen Billiglösung eher provoziert als ernst genommen – und drohen nun mit dem nächsten Prozess. Ohnehin sind sie sauer auf Meyer, weil der den Inhalt eines Schlichtungsgesprächs mit seinem Ressort öffentlich anders wiedergegeben hat, als sie es in Erinnerung haben: Keinesfalls habe man dem Minister Anlass zu der Hoffnung gegeben, dass er die A 20 doch auf der bisher vorgesehenen Trasse bauen lassen könne.

Nun muss der Verkehrsminister auch nicht vordringlich darauf bedacht sein, es den Naturschützern Recht zu machen. Vielmehr steht er unter dem Druck von Wirtschaft, Bund und Opposition, die A 20 möglichst rasch fortzuführen. Doch ob es Meyer gefällt oder nicht: In diesem Fall geht das eine nicht ohne das andere. Dass die Umweltverbände bedenkenswerte Argumente auf ihrer Seite haben, hat ihr klarer Sieg vor Gericht gegen das Land gezeigt.

Zwar steht die Begründung des Gerichtsurteils noch immer aus. Doch viel spricht dafür, dass Meyer besser fährt, wenn er eine Verständigung mit den Naturschützern sucht – und eine geänderte Trassenführung für die A20. Denn eine neue Planung kostet immer noch weniger Zeit als eine abermalige Schlappe in einem weiteren Gerichtsverfahren.

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