Lübeck : Offensive für bezahlbares Wohnen

Bernd Saxe
Bernd Saxe

Land fördert den Lübecker Wohnungsbau

Avatar_shz von
13. April 2013, 09:25 Uhr

lÜbeck | Das Innenministerium hat den sozialen Wohnungsbau in Lübeck in den vergangenen acht Jahren mit insgesamt 115 Millionen Euro gefördert. Mehr als die Hälfte des Geldes (62 Millionen Euro) ging in den Neubau von 1234 Mietwohnungen. Für rund 18,5 Millionen Euro wurden Mietwohnungen modernisiert, um Energie einzusparen. 31,5 Millionen Euro flossen in den Bau von 481 neuen Eigenheimen, und drei Millionen Euro stellte das Land für die Förderung von 196 Wohnungen für Studierende zur Verfügung.

Diese Zahlen nannte Innenminister An dreas Breitner gestern im Lübecker Rathaus. Zuvor hatte sich der Minister mit Vertretern der Hansestadt und von Wohnungsbauunternehmen an mehreren Orten im Stadtgebiet über verschiedene Wohnungsbauprojekte informiert. Stationen der Informationstour waren das Bauvorhaben "Wohnen für Generationen" in Kücknitz, das Projekt "Neuer Kaufhof" in Marli und die Neubaumaßnahme "Generationenübergreifendes Wohnen" auf dem Gelände des ehemaligen Busdepots in St. Gertrud.

"In Lübeck funktionieren Wohnungsbau und Stadtquartiersentwicklung sehr gut", sagte Breitner. Mit der Grundstücksgesellschaft "Trave", einem kommunalen Wohnungsunternehmen, und starken Wohnungsgenossenschaften wie "Lübecker Bauverein" und "Neue Lübecker" sei die Hansestadt für eine aktive Stadtentwicklungspolitik gut aufgestellt. Lübeck sei in dieser Hinsicht gegenüber anderen Städten im Vorteil.

Lübeck gehört neben Kiel, der Insel Sylt und einigen Städten in direkter Nachbarschaft zu Hamburg zu der Zielregion der "Offensive für bezahlbares Wohnen". Mit dieser zu Jahresbeginn gestarteten Initiative wollen das Innenministerium, die Verbände der Wohnungswirtschaft und der Mieterbund gemeinsam gegen steigende Mieten und für mehr preiswerte und qualitativ gute Wohnungen sorgen.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe wies auf das jüngst vorgestellte Wohnungsmarktkonzept hin. "Wir wollen die urbanen Wohn- und Freizeitqualitäten hervorheben, die Vorzüge des Lebens in der Stadt betonen, auch um heutige Einpendler als Bewohner von morgen zu gewinnen", sagte Saxe. Dazu sollen in den kommenden Jahren bis 2030 rund 850 Wohneinheiten neu errichtet werden. Die Hansestadt Lübeck benötige dafür keine zusätzlichen Flächen. Vielmehr gelte es, Wohnstandorte wie St. Jürgen und Travemünde (Beispiel Fischereihafen / Baggersand, Neue Teutendorfer Siedlung) sowie innenstadtnahe Brach- und Konversionsflächen, etwa im Gründungsviertel, an der Falkenstraße oder Bahnflächen in St. Lorenz Süd, aber auch aufgegebene Nutzungen wie die Johannes-Kepler-Schule in Eichholz für Wohnbauland zu nutzen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen